NutriKunde-Aktionskalender · 11. Dezember
11. Dezember – Internationaler Tag der Berge
Der 11. Dezember ist der Internationale Tag der Berge. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen erklärte den 11. Dezember im Jahr 2002 zum International Mountain Day. Seit 2003 wird der Tag jährlich begangen. Die Koordination liegt bei der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO).
Für NutriKunde ist dieser Tag besonders interessant, weil Berge weit mehr mit Ernährung zu tun haben, als es auf den ersten Blick scheint.
Wasser, Landwirtschaft, Tierhaltung, Lebensmittelproduktion, Biodiversität und Ernährungssicherheit sind eng mit Bergregionen verbunden.
Berge und Ernährung – was hat das miteinander zu tun?
Berge sind wichtige Lebensräume und gleichzeitig bedeutende Quellen für Wasser.
Die Vereinten Nationen weisen darauf hin, dass Berge etwa 15 Prozent der Weltbevölkerung beherbergen, einen großen Teil der weltweiten Biodiversität unterstützen und Süßwasser für ungefähr die Hälfte der Menschheit bereitstellen. Dieses Wasser ist unter anderem für Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion von Bedeutung.
Damit beginnt die Verbindung zwischen Bergen und Ernährung bereits lange vor dem Supermarkt.
Ein Teil der Lebensmittelversorgung hängt davon ab, dass in Bergregionen Wasser verfügbar ist, Böden bewirtschaftet werden können und Weideflächen erhalten bleiben.
Das Thema 2026: Bergweidewirtschaft
Der Internationale Tag der Berge steht 2026 unter dem Motto:
„Mountain pastoralists: Sustaining rangelands, knowledge and livelihoods“
Im Mittelpunkt stehen damit Menschen, die in Bergregionen Tiere halten und Weidelandschaften bewirtschaften. Die FAO hebt hervor, dass diese Systeme zur Lebensmittelversorgung, zur Erhaltung von Ökosystemen und zur Sicherung ländlicher Lebensgrundlagen beitragen können.
Bergweidewirtschaft bedeutet beispielsweise, dass Schafe, Ziegen, Rinder, Yaks oder andere Nutztiere saisonal unterschiedliche Weideflächen nutzen.
Diese Form der Tierhaltung ist vielerorts über Generationen an die besonderen Bedingungen der Bergregionen angepasst worden.
Was landet davon auf dem Teller?
Bergregionen liefern eine erstaunliche Vielfalt an Lebensmitteln.
Dazu können gehören:
Milch und Milchprodukte, Fleisch, Getreide, Hülsenfrüchte, Obst, Gemüse, Kräuter und Honig.
Welche Lebensmittel tatsächlich erzeugt werden können, hängt stark von Höhenlage, Klima, Boden, Wasserverfügbarkeit und regionalen Traditionen ab.
Gerade diese Vielfalt macht Bergregionen auch aus Sicht der Lebensmittelkunde interessant.
Biodiversität ist auch Lebensmittelvielfalt
Die FAO weist darauf hin, dass Berge ungefähr ein Viertel der weltweiten terrestrischen Biodiversität beherbergen. Außerdem existieren dort zahlreiche lokal angepasste Nutztierrassen und Kulturpflanzen.
Das ist auch für die Ernährung interessant.
Eine große genetische Vielfalt bei Nutzpflanzen und Nutztieren kann dazu beitragen, dass Landwirtschaft unterschiedliche Umweltbedingungen bewältigen kann.
Ein Beispiel sind traditionelle Nutztierrassen, die an bestimmte Höhenlagen, Temperaturen oder Futterbedingungen angepasst sind.
Hülsenfrüchte aus Bergregionen
Auch pflanzliche Lebensmittel spielen eine Rolle.
Linsen, Bohnen, Erbsen und Kichererbsen gehören zu den weltweit verbreiteten Hülsenfrüchten.
Das BZfE beschreibt Hülsenfrüchte als vielseitig einsetzbare Lebensmittel. Sie können frisch, getrocknet, tiefgekühlt oder konserviert angeboten werden.
Besonders interessant ist ihre Kombination aus pflanzlichem Eiweiß, Ballaststoffen und weiteren Nährstoffen.
Auch die Anbaugeschichte zeigt, wie eng Lebensmittel mit unterschiedlichen Regionen der Welt verbunden sind. Das BZfE nennt beispielsweise Linsen aus der Schwäbischen Alb und aus Franken sowie unterschiedliche Anbauregionen für Sojabohnen und Kichererbsen.
Wasser aus den Bergen
Eine der wichtigsten Verbindungen zwischen Bergen und Ernährung ist das Wasser.
Schnee und Gletscher sowie Niederschläge speisen Flüsse und Wassersysteme. Dieses Wasser wird nicht nur von Menschen benötigt, sondern auch für Bewässerung und Landwirtschaft.
Die FAO stellte bereits beim Internationalen Tag der Berge 2025 die Verbindung zwischen Gletschern, Wasser, Ernährung und Lebensgrundlagen besonders heraus. Nach Angaben der FAO hängen beinahe zwei Milliarden Menschen von Wasser aus Bergregionen für grundlegende Bedürfnisse und Lebensgrundlagen ab.
Wenn sich Wasserverfügbarkeit verändert, kann das deshalb auch Auswirkungen auf die Lebensmittelproduktion haben.
Berge und Ernährungssicherheit
Die FAO beschäftigt sich seit Jahren mit der besonderen Ernährungssituation von Menschen in Bergregionen.
Bereits frühere Untersuchungen zeigten, dass viele Menschen in Bergregionen von Armut, schwierigen landwirtschaftlichen Bedingungen und Ernährungsunsicherheit betroffen sind.
Bergregionen sind deshalb nicht nur idyllische Landschaften.
Für viele Menschen sind sie Wohnort, Wirtschaftsraum und Lebensmittelproduktionsgebiet zugleich.
Warum traditionelle Kenntnisse wichtig sind
Berglandwirtschaft muss mit besonderen Bedingungen umgehen.
Dazu gehören beispielsweise:
steile Hänge, kurze Vegetationsperioden, niedrige Temperaturen, begrenzte Verkehrswege und wechselnde Wasserverfügbarkeit.
Über Generationen haben lokale Gemeinschaften Methoden entwickelt, die an diese Bedingungen angepasst sind.
Die FAO betont 2026 ausdrücklich die Bedeutung des über Generationen weitergegebenen lokalen und indigenen Wissens für die Bewirtschaftung von Weidelandschaften.
Dieses Wissen kann auch für Fragen der Resilienz und Anpassung an veränderte Umweltbedingungen relevant sein.
Was kann der Internationale Tag der Berge mit NutriKunde zu tun haben?
Sehr viel.
Denn Ernährung beginnt nicht erst im Lebensmittelgeschäft.
Ein Lebensmittel hat immer eine Herkunft.
Hinter einem Stück Käse stehen beispielsweise Tiere, Futter, Wasser, Weideflächen, Landwirtschaft, Verarbeitung und Transport.
Hinter einer Linse stehen Saatgut, Boden, Wasser, Anbau und Ernte.
Hinter einem Glas Honig stehen Pflanzen, Bienen, Landschaft und Imkerei.
Der Blick auf Berge erweitert deshalb die Perspektive von der Nährstoffkunde zur Lebensmittelkunde.
🎯 NutriKunde-Mitmach-Idee
„Woher kommt mein Lebensmittel?“
Ein Lebensmittel aus dem eigenen Haushalt wird ausgewählt.
Zum Beispiel:
Käse, Milch, Honig, Linsen, Kräutertee oder Mineralwasser.
Anschließend werden drei Fragen beantwortet:
Wo wurde es erzeugt?
Welche natürlichen Ressourcen werden dafür benötigt?
Welche Rolle spielen Wasser, Boden, Pflanzen oder Tiere?
Damit lässt sich ganz einfach nachvollziehen, dass Ernährung nicht erst beim Einkauf beginnt.
💡 Was bleibt vom 11. Dezember?
Berge sind nicht nur Landschaft.
Sie sind Wasserspeicher, Lebensräume, Landwirtschaftsflächen und Heimat für Millionen Menschen.
Und sie haben damit eine unmittelbare Verbindung zu dem, was täglich auf unseren Tellern landet.
Der Internationale Tag der Berge zeigt deshalb sehr anschaulich:
Lebensmittelkunde kann weit über Vitamine und Nährwerte hinausgehen.
NutriKunde-Fazit
Der Internationale Tag der Berge am 11. Dezember ist ein offizieller UN-Aktionstag mit einer starken Verbindung zu Ernährung und Lebensmittelversorgung.
2026 richtet die FAO den Blick besonders auf Bergweidewirtschaft, Lebensmittelproduktion, Biodiversität, traditionelle Kenntnisse und nachhaltige Bewirtschaftung von Weidelandschaften.
Für NutriKunde ist der Tag deshalb eine gute Gelegenheit, die Perspektive zu erweitern:
Von der Frage „Was steckt im Lebensmittel?“ zur Frage „Woher kommt das Lebensmittel eigentlich?“
Wichtiger Hinweis: Die Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Beratung durch Arzt, Heilpraktiker, Apotheker oder Ernährungsfachkraft. Vor der Anwendung oder Einnahme sollte bei gesundheitlichen Fragen eine entsprechende Fachperson hinzugezogen werden. NutriKunde übernimmt keine Gewähr für Vollständigkeit, Richtigkeit oder Aktualität der Angaben. Maßgeblich ist immer die individuelle Situation.