NutriKunde-Aktionskalender · 18. Dezember
18. Dezember – National I Love Honey Day
Der 18. Dezember wird in verschiedenen Aktionstagskalendern als National I Love Honey Day geführt. Der jährlich wiederkehrende US-amerikanische Food-Aktionstag stellt Honig in den Mittelpunkt. Mehrere unabhängige Kalender führen den Termin für den 18. Dezember.
Ein offizieller internationaler Gesundheits- oder Ernährungstag ist dieser Termin nicht. Für NutriKunde ist er dennoch interessant, denn Honig ist gleichzeitig Lebensmittel, Süßungsmittel und ein Produkt der Bienenhaltung.
Was ist Honig eigentlich?
Honig entsteht, wenn Honigbienen Nektar von Blüten oder Honigtau sammeln und im Bienenstock weiterverarbeiten.
Je nach Ausgangsquelle entstehen unterschiedliche Honigarten. Blütenhonig stammt überwiegend aus Blütennektar, während Honigtauhonig aus Honigtau entsteht, also zuckerhaltigen Ausscheidungen von Pflanzen saugenden Insekten.
Darum unterscheiden sich Honige beispielsweise in:
- Farbe
- Geschmack
- Konsistenz
- Aroma
- Zusammensetzung
Besteht Honig hauptsächlich aus Zucker?
Ja.
Honig enthält vor allem die Einfachzucker Fruktose und Glukose. Außerdem sind Wasser und kleinere Mengen weiterer Bestandteile enthalten.
Die Honigverordnung legt für Honig unter anderem Anforderungen an den Zuckergehalt fest. Bei Blütenhonig müssen Fruktose und Glukose zusammen beispielsweise mindestens 60 Gramm pro 100 Gramm ausmachen.
Honig ist deshalb trotz seines natürlichen Ursprungs ein zuckerreiches Lebensmittel.
Ist Honig gesünder als Haushaltszucker?
Eine häufige Vorstellung lautet:
„Honig ist natürlich – deshalb ist er gesünder als Zucker.“
So einfach ist es nicht.
Die DGE stellt ausdrücklich fest, dass Honig, Agavendicksaft, Vollrohrzucker und andere alternative Süßungsmittel keinen ernährungsphysiologischen Gesundheitsvorteil gegenüber normalem Haushaltszucker bieten. Entscheidend ist vor allem die insgesamt aufgenommene Menge an freien Zuckern.
Honig darf deshalb durchaus genossen werden – aber nicht mit dem Etikett „gesunder Zucker“ versehen werden.
Enthält Honig trotzdem wertvolle Inhaltsstoffe?
Honig enthält neben Zucker auch geringe Mengen weiterer Stoffe, darunter Mineralstoffe, Vitamine und antioxidativ wirkende Verbindungen.
Die Mengen sind allerdings relativ gering und leisten nach Angaben des BZfE keinen nennenswerten Beitrag zur Nährstoffversorgung.
Das ist ein wichtiger Unterschied zwischen:
„enthält einen Stoff“
und
„liefert davon ernährungsphysiologisch relevante Mengen“.
Warum schmeckt Honig süßer als Zucker?
Honig enthält einen hohen Anteil an Fruktose und Glukose. Durch seine Zusammensetzung und das jeweilige Aromaprofil kann er süßer und geschmacklich komplexer wirken als reiner Haushaltszucker.
Das BZfE weist darauf hin, dass Honig aufgrund seines Fruktosegehalts süßer schmecken kann und deshalb beim reinen Süßen teilweise eine geringere Menge verwendet werden kann.
Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass dadurch weniger freie Zucker aufgenommen werden.
Warum gibt es so viele verschiedene Honigsorten?
Die Bienen sammeln Nektar oder Honigtau aus unterschiedlichen Quellen.
Dadurch entstehen beispielsweise:
- Blütenhonig
- Akazienhonig
- Rapshonig
- Lindenhonig
- Waldhonig
- Mischhonige
Farbe, Aroma und Konsistenz können dadurch erheblich variieren.
Ein dunkler Honig ist deshalb nicht einfach ein „stärkerer“ heller Honig – es handelt sich um unterschiedliche Produkte mit unterschiedlichen Ausgangsquellen.
Was bedeutet die Herkunftsangabe auf dem Honigglas?
Hier lohnt sich ein besonders genauer Blick.
Das BZfE weist darauf hin, dass sich die Kennzeichnung von Mischhonigen 2026 verändert: Künftig sollen bei Mischhonigen alle Ursprungsländer in absteigender Reihenfolge ihres Gewichtsanteils angegeben werden; zusätzlich sollen die jeweiligen prozentualen Anteile genannt werden. Die Neuregelung tritt voraussichtlich im Juni 2026 in Kraft.
Für Verbraucher wird damit künftig besser erkennbar, woher der enthaltene Honig tatsächlich stammt.
Kann Honig verfälscht werden?
Ja.
Das BZfE weist auf Fälle hin, bei denen Honig mit Zuckersirupen verfälscht oder Herkunftsangaben falsch gemacht wurden. Nach den gesetzlichen Vorgaben dürfen einem Honig keine fremden Stoffe zugesetzt werden.
Das macht die Herkunfts- und Produktkennzeichnung zu einem interessanten Verbraucherthema.
Was passiert beim Erhitzen von Honig?
Honig kann zum Kochen und Backen verwendet werden.
Beim starken Erhitzen verändern sich allerdings Inhaltsstoffe und Aromen. Das BZfE weist darauf hin, dass Honig beispielsweise in heißen Getränken besser erst nach dem Abkühlen auf Trinktemperatur eingerührt wird.
Das bedeutet jedoch nicht, dass erhitzter Honig „giftig“ wäre.
Es geht vielmehr darum, dass Hitze die Eigenschaften eines Lebensmittels verändert.
🎯 NutriKunde-Mitmach-Idee: Honig-Check
Drei verschiedene Honiggläser können miteinander verglichen werden.
Zum Beispiel:
Blütenhonig – Waldhonig – ein regionaler Sortenhonig
Verglichen werden:
- Herkunft
- Honigart
- Farbe
- Konsistenz
- Aroma
- Zutaten beziehungsweise Produktbezeichnung
- Preis pro 100 Gramm
Danach kann eine einfache Blindverkostung folgen:
Welcher Honig wird allein am Geschmack erkannt?
Damit verbindet der Aktionstag Lebensmittelkunde, Kennzeichnung und Geschmack.
💡 Was bleibt vom 18. Dezember?
Honig ist ein faszinierendes Naturprodukt – aber „natürlich“ ist kein Synonym für „gesund“.
Honig besteht überwiegend aus Zucker und zählt deshalb zu den Quellen freier Zucker. Gleichzeitig unterscheiden sich Honige deutlich in Herkunft, Aroma und Zusammensetzung.
NutriKunde-Fazit
Der National I Love Honey Day ist ein inoffizieller US-amerikanischer Food-Aktionstag. Für NutriKunde bietet er einen guten Anlass, Honig einmal ohne romantische oder werbliche Vorstellungen zu betrachten:
Honig ist ein vielseitiges und geschmacklich interessantes Lebensmittel – aber ernährungsphysiologisch vor allem ein zuckerreiches Lebensmittel.
Gerade der Vergleich verschiedener Honigsorten zeigt, dass hinter einem scheinbar einfachen Glas Honig viel Lebensmittelkunde steckt.
Wichtiger Hinweis: Die Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Beratung durch Arzt, Heilpraktiker, Apotheker oder Ernährungsfachkraft. Vor der Anwendung oder Einnahme sollte bei gesundheitlichen Fragen eine entsprechende Fachperson hinzugezogen werden. NutriKunde übernimmt keine Gewähr für Vollständigkeit, Richtigkeit oder Aktualität der Angaben. Maßgeblich ist immer die individuelle Situation.