5. Dezember – National Sacher Torte Day

NutriKunde-Aktionskalender · 5. Dezember

5. Dezember – National Sacher Torte Day

🍫 National Sacher Torte Day – Wiener Backtradition zwischen Schokolade, Marille und Schlagobers

Der 5. Dezember wird in verschiedenen internationalen Food-Kalendern als National Sacher Torte Day beziehungsweise National Sachertorte Day geführt. Der Tag ist ein inoffizieller US-amerikanischer Food-Aktionstag und kein offizieller österreichischer oder internationaler Feiertag. Mehrere unabhängige Kalender dokumentieren den Termin jährlich am 5. Dezember.

Für NutriKunde bietet die Sachertorte allerdings weit mehr als einen Anlass für ein Stück Kuchen.

Sie verbindet Kakao, Schokolade, Mehl, Eier, Zucker, Fett, Aprikosenkonfitüre, Backen, Portionsgrößen und Lebensmittelgeschichte.

Und sie führt direkt nach Wien.

🇦🇹 Was ist eine Sachertorte?

Die klassische Sachertorte ist eine Schokoladentorte mit Aprikosen- beziehungsweise Marillenmarmelade und Schokoladenglasur.

Die berühmte Original Sacher-Torte geht auf Franz Sacher zurück.

Nach Angaben des Hotel Sacher entstand sie 1832, als der damals 16-jährige Kochlehrling Franz Sacher für die Gäste von Fürst Metternich ein Dessert zubereitete. Schokolade, Marillenmarmelade und Schlagobers wurden zu den prägenden Bestandteilen der späteren Sacher-Tradition.

👨‍🍳 Franz Sacher und das Jahr 1832

Die Geschichte der Sachertorte gehört zu den bekanntesten Episoden der österreichischen Dessertkultur.

Der Küchenchef war erkrankt und der junge Kochlehrling Franz Sacher übernahm die Aufgabe.

Aus diesem Anlass entstand die Torte, die später seinen Namen tragen sollte.

Allerdings entwickelte sich die heutige Sacher-Tradition erst über die folgenden Jahrzehnte weiter.

Franz Sachers Sohn Eduard Sacher eröffnete 1876 das Hotel Sacher in Wien. Dort wurde die Torte schließlich eng mit dem Namen Sacher verbunden.

🍫 Was macht die Original Sacher-Torte besonders?

Die Bezeichnung „Original Sacher-Torte“ ist nicht einfach eine allgemeine Bezeichnung für jede Schokoladentorte mit Marmelade.

Das Hotel Sacher weist darauf hin, dass nur Sacher die Rechte besitzt, seine Version als Original Sacher-Torte zu bezeichnen.

Die Originalversion wird nach Angaben des Hauses weiterhin nach dem ursprünglichen Rezept hergestellt.

Das Rezept selbst ist ein Geschäftsgeheimnis.

Damit sollte zwischen

Sachertorte

und

Original Sacher-Torte

unterschieden werden.

Eine selbst gebackene Sachertorte kann selbstverständlich eine Sachertorte sein, ohne eine Original Sacher-Torte zu sein.

🍫 Was steckt ernährungsphysiologisch in einer Sachertorte?

Die genaue Zusammensetzung hängt vom jeweiligen Rezept ab.

Typische Bestandteile sind:

Mehl → Kohlenhydrate und Stärke

Zucker → Süße und Energie

Eier → Eiweiß und Fett

Butter oder andere Fette → Fett und Geschmack

Kakao beziehungsweise Schokolade → Kakaoaromen und je nach Produkt Zucker und Fett

Marillenmarmelade → Fruchtbestandteile und Zucker

Schokoladenglasur → Kakao, Kakaobestandteile, Fett und Zucker

Dazu kann Schlagobers serviert werden.

Damit ist die Sachertorte eindeutig eine Süßspeise mit relativ hoher Energiedichte.

Die DGE ordnet süßes Gebäck und Kuchen grundsätzlich zu den Lebensmitteln ein, die häufig viel Zucker und Energie, aber vergleichsweise wenig lebensnotwendige Nährstoffe liefern.

🍬 Zucker in der Sachertorte

Zucker erfüllt beim Backen mehrere Funktionen.

Er sorgt nicht nur für Süße, sondern beeinflusst auch Struktur, Feuchtigkeit und Bräunung.

Eine Sachertorte ohne Zucker wäre deshalb nicht einfach dieselbe Torte mit weniger Süße.

Bei selbst gebackenen Kuchen kann die Zuckermenge allerdings häufig reduziert werden.

Das BZfE weist darauf hin, dass bei vielen Kuchenrezepten eine Reduzierung der Zuckermenge um etwa ein Drittel möglich ist, ohne dass Geschmack und Backergebnis wesentlich leiden.

Das hängt jedoch vom konkreten Rezept ab.

🌾 Kann Sachertorte mit Vollkornmehl gebacken werden?

Grundsätzlich ja.

Allerdings verändert Vollkornmehl die Backeigenschaften.

Das BZfE weist darauf hin, dass beim Austausch von hellem Weizenmehl durch Vollkornmehl je nach Rezept zusätzliche Flüssigkeit erforderlich sein kann. Auch die Teigstruktur verändert sich.

Dadurch lässt sich eine Sachertorte zwar ernährungsphysiologisch verändern, aber nicht beliebig umgestalten.

Denn bei einer Torte ist das Backergebnis genauso relevant wie die Zutatenliste.

🍫 Kakao und Schokolade

Kakao ist mehr als ein Geschmacksträger.

Kakaobestandteile enthalten unter anderem verschiedene Pflanzenstoffe.

Gleichzeitig darf daraus aber nicht automatisch eine gesundheitliche Aufwertung der gesamten Sachertorte abgeleitet werden.

Denn bei einer Torte kommen weitere Zutaten hinzu – insbesondere Zucker und Fett.

Die DGE weist darauf hin, dass süße Lebensmittel wie Schokolade und Kuchen in der Regel energiereich und vergleichsweise nährstoffarm sind.

Ein einzelner Inhaltsstoff macht deshalb aus einer Süßspeise kein Gesundheitslebensmittel.

🍑 Was macht die Marillenmarmelade?

Die Marillenmarmelade ist eines der charakteristischen Elemente der Sachertorte.

Sie bringt Fruchtaroma, Säure und Süße in die Torte.

Gleichzeitig enthält Marmelade üblicherweise Zucker.

Damit ist auch die Fruchtschicht kein Grund, die Sachertorte ernährungsphysiologisch mit einer Portion frischem Obst gleichzusetzen.

Das ist ein schönes Beispiel dafür, warum die Aussage „mit Frucht“ allein wenig über die Gesamtzusammensetzung eines Lebensmittels aussagt.

🥛 Warum wird Schlagobers dazu serviert?

Die traditionelle Servierweise der Original Sacher-Torte sieht ungesüßte Schlagsahne beziehungsweise Schlagobers vor. Das Hotel Sacher nennt sie ausdrücklich als klassische Begleitung.

Das ungesüßte Obers bringt Fett und Energie mit, aber keinen zusätzlichen Zucker durch eine Süßung.

Damit unterscheidet es sich beispielsweise von einer stark gesüßten Sahnecreme.

⚖️ Sachertorte und Portionsgröße

Bei einer Torte ist die Portionsgröße besonders interessant.

Ein großes Stück enthält selbstverständlich mehr Energie und Zucker als ein kleines Stück.

Die DGE betont, dass Süßigkeiten und süße Snacks bei insgesamt ausgewogener Ernährung durchaus als kleine Extras vorkommen können. Entscheidend sind unter anderem Menge und Häufigkeit.

Deshalb muss eine Sachertorte nicht zum verbotenen Lebensmittel erklärt werden.

Sie ist schlicht eine klassische Süßspeise, die in angemessener Menge in unterschiedliche Ernährungsmuster eingeordnet werden kann.

🔎 Sachertorte selbst vergleichen

Besonders interessant wird es, wenn drei Rezepte nebeneinanderliegen:

klassische Sachertorte

Sachertorte mit reduziertem Zucker

Sachertorte mit teilweisem Vollkornmehlanteil

Verglichen werden können:

Zucker → Fett → Ballaststoffe → Zutaten → Konsistenz → Geschmack

Dabei zeigt sich schnell, dass eine Änderung einer einzigen Zutat mehrere Eigenschaften des Gebäcks verändern kann.

🎯 NutriKunde-Mitmach-Idee

„Die Sachertorten-Rezeptanalyse“

Ein Sachertorten-Rezept wird in seine Hauptbestandteile zerlegt.

Für jede Zutat wird notiert:

Welche Funktion hat sie im Rezept?

Beispielsweise:

Mehl → Struktur

Ei → Bindung und Struktur

Zucker → Süße und Backeigenschaften

Fett → Geschmack und Konsistenz

Kakao/Schokolade → Aroma und Farbe

Marillenmarmelade → Frucht, Säure und Süße

Danach kann geprüft werden:

Welche Zutat könnte reduziert werden?

Welche lässt sich ersetzen?

Was verändert sich dadurch beim Backen?

So wird aus einem traditionellen Kuchen eine kleine Unterrichtseinheit über Lebensmitteltechnologie und Ernährung.

🍰 Backen ist Lebensmittelchemie

Eine Torte entsteht nicht einfach dadurch, dass Zutaten zusammengemischt und erhitzt werden.

Beim Backen verändern sich unter anderem:

  • Proteine
  • Stärke
  • Fette
  • Zucker
  • Wasser
  • Aroma- und Farbstoffe

Eier können gerinnen, Stärke quellen und verkleistern, Zucker kann an Bräunungsreaktionen beteiligt sein und Fette beeinflussen Struktur und Mundgefühl.

Damit ist Backen im Grunde angewandte Lebensmittelchemie.

Gerade traditionelle Backwaren eignen sich deshalb hervorragend, um Grundlagen der Lebensmittelkunde verständlich zu erklären.

💡 Was bleibt vom 5. Dezember?

Der National Sacher Torte Day ist ein inoffizieller Food-Aktionstag.

Sein eigentlicher Wert für NutriKunde liegt deshalb nicht darin, die Torte zu einem Gesundheitsprodukt zu erklären.

Interessant ist vielmehr, was sich an ihr zeigen lässt:

Geschichte → Zutaten → Lebensmittelchemie → Zucker → Fett → Kakao → Frucht → Portion → bewusster Genuss

Die Sachertorte zeigt außerdem, dass ein Lebensmittel gleichzeitig kulturell bedeutsam und ernährungsphysiologisch klar einzuordnen sein kann.

NutriKunde-Fazit

Die Sachertorte ist ein Stück österreichische Backgeschichte.

Die Original Sacher-Torte geht auf Franz Sacher und das Jahr 1832 zurück und ist bis heute eng mit der Wiener Kaffeehaus- und Sacher-Tradition verbunden.

Ernährungsphysiologisch bleibt sie eine süße, energiereiche Backware.

Gerade deshalb eignet sie sich für NutriKunde besonders gut als Beispiel dafür, dass Genuss und Lebensmittelkunde nebeneinander bestehen können.

Nicht die Frage „gesund oder ungesund?“ ist dabei besonders interessant, sondern:

Was steckt darin, warum sind die Zutaten notwendig und wie verändert eine Rezeptänderung das fertige Lebensmittel?

Wichtiger Hinweis: Die Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Beratung durch Arzt, Heilpraktiker, Apotheker oder Ernährungsfachkraft. Vor der Anwendung oder Einnahme sollte bei gesundheitlichen Fragen eine entsprechende Fachperson hinzugezogen werden. NutriKunde übernimmt keine Gewähr für Vollständigkeit, Richtigkeit oder Aktualität der Angaben. Maßgeblich ist immer die individuelle Situation.