Zweiter Weihnachtstag und Festtagsessen
International: Second Christmas Day – Christmas Food Traditions
Der 26. Dezember ist für NutriKunde auch unabhängig von einzelnen Aktionstagen ein ausgesprochen ergiebiger Ernährungstag.
In vielen Familien stehen weiterhin Weihnachtsessen, Süßigkeiten, Gebäck und Getränke auf dem Speiseplan. Gleichzeitig beginnt häufig die Phase, in der Lebensmittel vom Weihnachtsessen übrig bleiben.
Damit ergeben sich Themen wie:
- Was geschieht mit Weihnachtsessen am zweiten Tag?
- Wie lange halten sich Reste?
- Welche Lebensmittel sollten gekühlt werden?
- Welche Speisen lassen sich sicher wieder erwärmen?
- Wie kann aus Resten ein neues Gericht entstehen?
- Wie lässt sich Lebensmittelverschwendung vermeiden?
- Wie unterscheiden sich Weihnachtsessen in verschiedenen Ländern?
Dieser Schwerpunkt ist ein zusätzlicher Aktionstag, also ein redaktioneller NutriKunde-Themenblock rund um den 26. Dezember.
Die Verwertung und Haltbarkeit von Weihnachtsessen am zweiten Tag sowie die kulturellen Unterschiede bei festlichen Mahlzeiten lassen sich anhand grundlegender Küchenregeln und Traditionen beschreiben.
Umgang mit Resten, Kühlung und Erwärmen
Nach dem Festmahl werden übrig gebliebene Speisen am zweiten Tag häufig als unkomplizierte Mahlzeit erneut serviert oder zu neuen Gerichten weiterverarbeitet. Um die Haltbarkeit zu sichern, müssen fast alle verderblichen Lebensmittel gekühlt gelagert werden. Dazu gehören Fleisch, Fisch, Saucen, Milchprodukte sowie zubereitetes Gemüse und Beilagen. Diese Speisen sollten innerhalb von etwa zwei Stunden nach der Zubereitung in luftdichte Behälter gefüllt und in den Kühlschrank gestellt werden.
Gekochte Reste halten sich im Kühlschrank bei Temperaturen unter 5 °C in der Regel zwei bis drei Tage. Fleisch- und Geflügelgerichte sowie Saucen lassen sich sicher wieder erwärmen, sofern sie dabei für mindestens zwei Minuten eine Kerntemperatur von mindestens 70 °C erreichen, um eventuelle Keime abzutöten.
Speisen mit leicht verderblichen Zutaten wie rohem Ei oder Fisch sollten am zweiten Tag besonders gründlich durcherhitzt oder im Zweifel nicht aufgehoben werden. Auch Pilz- und Spinatgerichte können entgegen veralteter Mythen wieder erwärmt werden, wenn sie nach dem ersten Kochen schnell abgekühlt und im Kühlschrank gelagert wurden.
Resteverwertung und Vermeidung von Verschwendung
Aus den verbleibenden Komponenten lässt sich leicht ein neues Gericht kreieren. Bratenreste von Gans, Ente oder Rind eignen sich aufgeschnitten als kalter Aufschnitt, als Einlage für Eintöpfe, für Pfannengerichte oder als Basis für ein Sandwich. Aus übrig gebliebenem Gemüse und Kartoffeln lassen sich Aufläufe, Suppen oder Bratkartsern zubereiten. Saucen und Fleischreste können zudem mit Nudeln kombiniert werden.
Um Lebensmittelverschwendung von vornherein zu vermeiden, hilft eine genaue Mengenplanung beim Einkauf. Sollten dennoch zu große Mengen gekocht worden sein, können viele Speisen – wie Fleisch in Sauce, Knödel oder Suppen – portionsweise eingefroren werden, wodurch sie mehrere Monate haltbar bleiben. Auch das rechtzeitige Verschenken von Portionen an Gäste oder Nachbarn reduziert Überschüsse.
Internationale Unterschiede bei Weihnachtsessen
Die Traditionen rund um das Weihnachtsessen unterscheiden sich weltweit stark, was auch den Umgang mit den Speisen beeinflusst. In Deutschland stehen oft Kartoffelsalat mit Würstchen am Heiligabend sowie Gänse- oder Entenbraten an den Feiertagen im Vordergrund. In Großbritannien und den USA dominiert der gefüllte Truthahn (Roast Turkey) mit Beilagen wie Cranberry-Sauce, dessen Reste am Folgetag traditionell in Sandwiches oder Pasteten (Pies) verwertet werden.
In Schweden wird das „Julbord“ serviert, ein großes Buffet mit kalten und warmen Speisen wie Hering, Köttbullar und Weihnachtsschinken. In osteuropäischen Ländern wie Polen wird an Heiligabend traditionell ein fleischloses 12-Gänge-Menü mit Fisch (häufig Karpfen) und Pieroggi gegessen. Auf der Südhalbkugel, beispielsweise in Australien, finden die Feierlichkeiten im Sommer statt, weshalb dort häufig leichte Meeresfrüchte oder Barbecues im Freien die schweren Braten ersetzen.
Quellen:
BZfE – Bundeszentrum für Ernährung
Bundesinstitut für Risikobewertung – BfR