NutriKunde-Aktionskalender · 10. Dezember
10. Dezember – Internationaler Tag der Menschenrechte
Der 10. Dezember ist der Internationale Tag der Menschenrechte. Er erinnert an die Verabschiedung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen am 10. Dezember 1948. Seitdem wird der Tag jährlich begangen.
Auf den ersten Blick scheint dieser Tag wenig mit Vitaminen, Ernährung oder Lebensmitteln zu tun zu haben.
Bei genauerem Hinsehen besteht jedoch eine wichtige Verbindung:
Das Recht auf Nahrung gehört zu den international anerkannten Menschenrechten.
Damit berührt der Menschenrechtstag unmittelbar ein Thema, das für NutriKunde zentral ist: Zugang zu ausreichender, sicherer und nahrhafter Ernährung.
Menschenrechte und Ernährung
Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte nennt in Artikel 25 einen angemessenen Lebensstandard, zu dem unter anderem Nahrung, Kleidung, Wohnung, medizinische Versorgung und notwendige soziale Leistungen gehören.
Die FAO beschreibt das Recht auf angemessene Nahrung ausdrücklich als universelles Menschenrecht. Es umfasst nicht lediglich irgendeine Form von Kalorienzufuhr, sondern den Zugang zu ausreichender, sicherer und nahrhafter Nahrung.
Damit wird ein wichtiger Unterschied deutlich:
Satt zu sein und ausreichend ernährt zu sein sind nicht exakt dasselbe.
Was bedeutet „angemessene Nahrung“?
Die FAO beschreibt mehrere Bestandteile des Rechts auf angemessene Nahrung.
Lebensmittel sollen unter anderem:
in ausreichender Menge verfügbar,
sicher und frei von gesundheitlich problematischen Verunreinigungen,
ernährungsphysiologisch ausreichend
und kulturell akzeptabel sein.
Das bedeutet beispielsweise, dass eine ausreichende Ernährung nicht allein danach beurteilt werden kann, ob genügend Kalorien vorhanden sind.
Auch Eiweiß, Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe und andere Nährstoffe gehören zu einer angemessenen Ernährung.
Kalorien allein reichen nicht
Der menschliche Körper benötigt Energie.
Aber Energie ist nicht der einzige Bestandteil einer Ernährung.
Eine Ernährung kann ausreichend Kalorien liefern und gleichzeitig bestimmte wichtige Nährstoffe nur unzureichend bereitstellen.
Für die Lebensmittelversorgung bedeutet das:
Quantität und Qualität gehören zusammen.
Die FAO nennt ausdrücklich die Versorgung mit essenziellen Nährstoffen einschließlich Mikronährstoffen wie Vitaminen und Jod als Bestandteil einer angemessenen Ernährung.
Damit besteht eine direkte Verbindung zum klassischen NutriKunde-Thema.
Ernährungssicherheit bedeutet mehr als volle Regale
In Deutschland erscheint es selbstverständlich, dass Lebensmittel in großer Auswahl verfügbar sind.
Weltweit sind die Voraussetzungen jedoch sehr unterschiedlich.
Die FAO weist darauf hin, dass das Recht auf angemessene Nahrung mit anderen Rechten verbunden ist – unter anderem mit dem Recht auf Gesundheit und Wasser.
Damit wird Ernährung zu einem Thema, das mehrere Lebensbereiche miteinander verbindet.
Für eine ausreichende Ernährung werden beispielsweise benötigt:
Lebensmittel,
sauberes Wasser,
geeignete Produktionsmöglichkeiten,
Zugang zu Märkten,
ausreichendes Einkommen beziehungsweise andere Möglichkeiten zur Beschaffung von Lebensmitteln
und sichere Lebensmittelbedingungen.
Warum Wasser zur Ernährung gehört
Wasser wird häufig getrennt von Ernährung betrachtet.
Tatsächlich ist diese Trennung künstlich.
Wasser wird zum Trinken benötigt und ist gleichzeitig Bestandteil vieler Lebensmittel und ein entscheidender Faktor für die Landwirtschaft.
Ob Gemüse, Getreide, Hülsenfrüchte, Obst oder Tierhaltung:
Ohne Wasser ist Lebensmittelproduktion nicht möglich.
Die FAO nennt deshalb den Zugang zu Wasser ausdrücklich als eng mit dem Recht auf Nahrung verbunden.
Ernährung und Würde
Das Recht auf Nahrung hat auch eine soziale Dimension.
Die FAO beschreibt angemessene Ernährung als Bestandteil eines Lebens in Würde und ohne Diskriminierung.
Das bedeutet nicht, dass jeder Mensch jeden Tag jedes beliebige Lebensmittel erhalten muss.
Es geht vielmehr darum, dass Menschen Zugang zu einer Ernährung haben sollen, die ihren grundlegenden Ernährungsbedarf deckt und sicher sowie kulturell angemessen ist.
Was bedeutet das für Vitamine?
Hier liegt eine interessante Verbindung zu Nahrungsergänzungsmitteln.
Eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen ist wichtig.
Daraus folgt jedoch nicht automatisch, dass Nahrungsergänzungsmittel die Lösung für eine unzureichende Ernährung darstellen.
Im Mittelpunkt steht zunächst die Lebensmittelversorgung.
Lebensmittel liefern nicht nur einzelne Vitamine oder Mineralstoffe, sondern eine Vielzahl unterschiedlicher Nährstoffe und weiterer Bestandteile.
Die DGE empfiehlt deshalb eine abwechslungsreiche Ernährung mit unterschiedlichen Lebensmittelgruppen. Zu ihren Empfehlungen gehören unter anderem reichlich Gemüse und Obst sowie regelmäßig Hülsenfrüchte und Nüsse.
Was bedeutet „nahrhaft“?
Der Begriff klingt zunächst einfach.
Ein nahrhaftes Lebensmittel kann jedoch sehr unterschiedliche Eigenschaften besitzen.
Ein Lebensmittel kann beispielsweise:
viel Energie,
viel Eiweiß,
viele Ballaststoffe,
bestimmte Vitamine oder Mineralstoffe
oder eine Kombination verschiedener Nährstoffe liefern.
Deshalb lässt sich „nahrhaft“ nicht auf einen einzigen Nährstoff reduzieren.
Eine abwechslungsreiche Ernährung ist gerade deshalb sinnvoll.
Lebensmittelsicherheit gehört dazu
Zum Recht auf Nahrung gehört auch die Sicherheit von Lebensmitteln.
Die FAO nennt ausdrücklich die Notwendigkeit, dass Lebensmittel frei von gesundheitsschädlichen Stoffen und Verunreinigungen sein müssen.
Für die praktische Lebensmittelkunde bedeutet das beispielsweise:
Hygiene, Kühlkette, Lagerung, Zubereitung und Kennzeichnung sind keine nebensächlichen Details.
Sie gehören dazu, wenn Lebensmittel sicher verzehrt werden sollen.
Ernährung ist nicht für alle Menschen gleich
Ein weiterer Punkt wird häufig übersehen:
Eine angemessene Ernährung muss auch kulturell akzeptabel sein.
Lebensmitteltraditionen unterscheiden sich weltweit.
Was in einer Region selbstverständlich auf dem Speiseplan steht, kann in einer anderen Region kaum bekannt sein.
Auch religiöse, kulturelle, gesundheitliche und persönliche Rahmenbedingungen können beeinflussen, welche Lebensmittel gegessen werden.
Das macht Ernährung zu einem sehr individuellen, aber gleichzeitig gesellschaftlich geprägten Thema.
Deutschland und das Recht auf Nahrung
Auch für Deutschland ist das Thema rechtlich relevant.
Die FAO führt Deutschland als Vertragsstaat des Internationalen Pakts über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte. Deutschland hat den Pakt 1973 ratifiziert.
Die konkrete rechtliche Umsetzung des Rechts auf Nahrung kann dabei von Land zu Land unterschiedlich ausgestaltet sein.
Für den Alltag bedeutet das vor allem:
Ernährung ist nicht nur eine private Geschmacksfrage.
Sie steht auch im Zusammenhang mit Fragen von Gesundheit, sozialer Teilhabe, Lebensmittelversorgung und Lebensbedingungen.
Ernährung und Gesundheitswissen
Gerade für NutriKunde ergibt sich daraus noch ein weiterer wichtiger Punkt.
Wer Informationen über Vitamine, Mineralstoffe oder Nahrungsergänzungsmittel sucht, benötigt Zugang zu verständlichen und verlässlichen Informationen.
Denn auch Gesundheitswissen beeinflusst die Fähigkeit, Lebensmittel und Produkte einzuordnen.
Ein gutes Beispiel ist die Unterscheidung zwischen:
Vitaminmangel
und
dem Wunsch nach zusätzlicher Vitaminzufuhr ohne nachgewiesenen Bedarf.
Beides ist nicht dasselbe.
Ebenso sollte zwischen einem Lebensmittel und einem Nahrungsergänzungsmittel unterschieden werden.
🎯 NutriKunde-Mitmach-Idee
„Was bedeutet eigentlich ausgewogene Ernährung?“
Ein gewöhnlicher Einkaufskorb wird betrachtet.
Darin können beispielsweise vorkommen:
Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse, Milchprodukte oder Alternativen, Eier, Fisch oder andere Eiweißquellen sowie Wasser.
Anschließend wird nicht gefragt:
„Ist jedes einzelne Lebensmittel gesund?“
Sondern:
„Welche unterschiedlichen Nährstoffe und Lebensmittelgruppen deckt der gesamte Einkauf ab?“
Damit verschiebt sich der Blick von einzelnen „Superfoods“ hin zur gesamten Ernährung.
💡 Was bleibt vom 10. Dezember?
Der Internationale Tag der Menschenrechte erinnert daran, dass Ernährung mehr ist als Kalorien und Geschmack.
Ausreichende, sichere und nahrhafte Nahrung gehört zum internationalen Menschenrechtsverständnis.
Für NutriKunde bedeutet das:
Die Frage nach Vitaminen und Mineralstoffen ist wichtig – aber sie steht innerhalb eines wesentlich größeren Zusammenhangs.
Gesundheit beginnt nicht erst beim Nahrungsergänzungsmittel.
Sie hängt auch davon ab, ob Menschen überhaupt Zugang zu ausreichender und geeigneter Nahrung haben.
NutriKunde-Fazit
Der Internationale Tag der Menschenrechte am 10. Dezember ist ein offizieller internationaler Gedenktag der Vereinten Nationen.
Für NutriKunde bietet er einen ungewöhnlichen, aber sehr wichtigen Blickwinkel:
Das Recht auf Nahrung verbindet Menschenrechte, Ernährung, Gesundheit, Lebensmittelsicherheit und Ernährungssicherheit.
Dabei geht es nicht nur darum, genügend Nahrung bereitzustellen.
Angemessene Nahrung soll ausreichend, sicher, nahrhaft und kulturell akzeptabel sein.
Damit wird deutlich:
Ernährung ist nicht nur eine Frage dessen, was auf dem Teller liegt – sondern auch eine Frage des Zugangs zu diesem Teller.
Wichtiger Hinweis: Die Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Beratung durch Arzt, Heilpraktiker, Apotheker oder Ernährungsfachkraft. Vor der Anwendung oder Einnahme sollte bei gesundheitlichen Fragen eine entsprechende Fachperson hinzugezogen werden. NutriKunde übernimmt keine Gewähr für Vollständigkeit, Richtigkeit oder Aktualität der Angaben. Maßgeblich ist immer die individuelle Situation.