Aktionstag: Was steckt in Merlot – von der Rebsorte bis zum Wein?
7. November – International Merlot Day
Der International Merlot Day wird jedes Jahr am 7. November begangen. Der Termin wird unter anderem von der Wine & Spirit Education Trust (WSET) für den 7. November geführt. Merlot gehört zu den weltweit bekannten roten Rebsorten und hat seine historische Heimat im französischen Bordeaux.
Für NutriKunde ist der Tag vor allem interessant, weil sich daran exemplarisch erklären lässt, was bei der Herstellung von Wein mit Trauben passiert – und welche Bedeutung Zucker, Gärung, Alkohol, Säuren und pflanzliche Inhaltsstoffe haben.
Was ist Merlot?
Merlot ist zunächst eine Rebsorte und nicht die Bezeichnung für einen bestimmten Wein.
Aus Merlot-Trauben können unterschiedliche Weinstile entstehen. Klima, Boden, Reifegrad, Ertrag, Ausbau und Kellertechnik beeinflussen das fertige Produkt.
Woher stammt Merlot?
Merlot stammt aus Südwestfrankreich und ist besonders eng mit der Weinregion Bordeaux verbunden.
Die Rebsorte wird heute jedoch in zahlreichen Weinregionen weltweit angebaut.
Wie unterscheiden sich Merlot-Trauben von anderen roten Trauben?
Merlot-Trauben sind dunkelblau bis violett gefärbt und reifen vergleichsweise früh.
Typische Weine können Aromen von Kirsche, Pflaume oder Veilchen zeigen; je nach Ausbau können auch Noten von Schokolade, Kaffee oder Gewürzen auftreten.
Was passiert bei der Weinherstellung?
Die Trauben werden zunächst verarbeitet. Bei der alkoholischen Gärung wandeln Hefen einen Teil des vorhandenen Zuckers in Ethanol und Kohlenstoffdioxid um.
Damit verändert sich die Zusammensetzung der Traube grundlegend.
Woher kommt der Alkohol im Wein?
Der Alkohol entsteht überwiegend durch die Tätigkeit von Hefen während der Gärung.
Je mehr vergärbarer Zucker vorhanden ist und je weiter die Gärung fortschreitet, desto höher kann der Alkoholgehalt des fertigen Weins werden.
Was bedeutet „trocken“ bei Wein?
„Trocken“ beschreibt bei Wein in erster Linie den Restzuckergehalt und nicht den Alkoholgehalt.
Ein trockener Wein kann deshalb durchaus einen relativ hohen Alkoholgehalt besitzen.
Enthält Wein noch Zucker?
Ja. Auch ein trockener Wein kann Restzucker enthalten. Der größte Teil des ursprünglich vorhandenen Zuckers kann während der Gärung umgesetzt werden, aber nicht zwingend vollständig.
Bei halbtrockenen, lieblichen oder süßen Weinen bleibt entsprechend mehr Zucker zurück.
Enthält Merlot Vitamine und Mineralstoffe?
Trauben enthalten verschiedene Mikronährstoffe und Pflanzenstoffe. Bei Wein verändert die Verarbeitung jedoch die ursprüngliche Zusammensetzung der Traube erheblich.
Wein ist deshalb kein sinnvoller Ersatz für den Verzehr von Obst.
Welche Pflanzenstoffe befinden sich in Rotwein?
Rotwein enthält verschiedene phenolische Verbindungen, die überwiegend aus Traubenschalen und Kernen stammen.
Dazu gehören unter anderem Anthocyane und andere Polyphenole. Die Mengen hängen von Rebsorte, Herstellung und Weinart ab.
Bedeutet das, dass Rotwein gesund ist?
Aus dem Vorhandensein bestimmter Pflanzenstoffe lässt sich nicht ableiten, dass Alkohol gesundheitlich notwendig oder empfehlenswert wäre.
Alkohol ist ein nicht essenzieller, energieliefernder Stoff. Die DGE gibt für Alkohol einen Energiegehalt von etwa 7 kcal beziehungsweise 29 kJ pro Gramm an.
Warum hat Wein relativ viele Kalorien?
Die Energie stammt vor allem aus dem Alkohol. Je nach Wein kommen zusätzlich Kalorien aus dem verbliebenen Zucker hinzu.
Deshalb kann der Energiegehalt verschiedener Weine trotz ähnlicher Portionsgröße unterschiedlich sein.
Was bedeutet der Alkoholgehalt auf dem Etikett?
Eine Angabe wie „13 % vol“ beschreibt den Volumenanteil reinen Alkohols im Getränk.
Für die tatsächlich aufgenommene Alkoholmenge sind jedoch zusätzlich die getrunkene Menge und die Dichte von Ethanol relevant.
Warum schmeckt Merlot häufig weich?
Merlot wird häufig mit relativ weichen Tanninen und einer runden, fruchtbetonten Struktur verbunden. Das konkrete Geschmackserlebnis hängt jedoch stark von Anbaugebiet, Reifegrad und Ausbau ab.
Was sind Tannine?
Tannine gehören zu den phenolischen Verbindungen. Sie können ein trockenes, zusammenziehendes Mundgefühl erzeugen.
Ein Teil stammt aus den Traubenschalen und Kernen, weitere Tannine können bei der Reifung in Holzfässern hinzukommen.
Warum passt Merlot zu bestimmten Speisen?
Wein kann durch Säure, Alkohol, Aromen und Tannin mit verschiedenen Lebensmitteln interagieren.
Merlot wird häufig mit Fleisch, kräftigen Gemüsegerichten, Pilzen, Käse oder herzhaften Speisen kombiniert. Die passende Kombination hängt allerdings stark vom konkreten Wein und vom Gericht ab.
Was ist der Unterschied zwischen Traube und Wein?
Die Traube ist ein unverarbeitetes Lebensmittel mit Wasser, Kohlenhydraten, Ballaststoffen und verschiedenen Mikronährstoffen und Pflanzenstoffen.
Beim Wein wird ein Teil des Zuckers durch Gärung in Alkohol umgewandelt. Gleichzeitig werden die festen Bestandteile weitgehend entfernt.
Kann alkoholfreier Wein ähnlich hergestellt werden?
Ja. Alkoholfreier Wein wird zunächst wie Wein hergestellt und anschließend wird der Alkohol durch geeignete Verfahren reduziert beziehungsweise entfernt.
Das Endprodukt kann hinsichtlich Aroma und Zusammensetzung dennoch deutlich von klassischem Wein abweichen.
🎯 NutriKunde-Mitmach-Idee
Beim nächsten Weineinkauf können drei Angaben auf dem Etikett verglichen werden:
Rebsorte – Alkoholgehalt – Restzucker
Dabei lässt sich beispielsweise prüfen, ob ein Wein mit höherem Alkoholgehalt tatsächlich auch mehr Restzucker enthält.
💡 Was bleibt vom International Merlot Day?
Merlot zeigt anschaulich, wie aus einer zuckerhaltigen Frucht durch Fermentation ein alkoholisches Getränk entsteht.
Die Bezeichnung „trocken“ beschreibt dabei nicht den Alkoholgehalt, und die in Rotwein enthaltenen Pflanzenstoffe ändern nichts daran, dass Alkohol selbst ein nicht essenzieller Energielieferant ist.
NutriKunde-Fazit
Der 7. November bietet mit dem Merlot-Tag einen interessanten Einblick in Rebsorten, Weinherstellung und Gärung. Ernährungsphysiologisch sind vor allem Alkohol, Restzucker und Portionsgröße relevant.
Die ursprüngliche Traube und das daraus hergestellte alkoholische Getränk sollten dabei klar voneinander unterschieden werden.
Wichtiger Hinweis: Die Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Beratung durch Arzt, Heilpraktiker, Apotheker oder Ernährungsfachkraft. Vor der Anwendung oder Einnahme sollte bei gesundheitlichen Fragen eine entsprechende Fachperson hinzugezogen werden. NutriKunde übernimmt keine Gewähr für Vollständigkeit, Richtigkeit oder Aktualität der Angaben. Maßgeblich ist immer die individuelle Situation.