Apple Cider Day
🍎 Apple Cider Day am 18. November
Am 18. November wird der Apple Cider Day begangen. Der Food-Aktionstag widmet sich einem Getränk, bei dem es allerdings schnell zu Verwechslungen kommen kann: „Cider“ kann je nach Land etwas Unterschiedliches bedeuten.
Während im deutschsprachigen Raum häufig an einen alkoholischen Apfelwein beziehungsweise Cider gedacht wird, bezeichnet „apple cider“ in den USA teilweise auch naturtrüben, frisch gepressten Apfelsaft ohne Alkohol.
Für NutriKunde ist das besonders interessant.
Denn Apfelsaft, alkoholfreier Apple Cider und alkoholischer Cider können aus ähnlichen Ausgangsprodukten entstehen – ernährungsphysiologisch unterscheiden sie sich aber deutlich.
Was ist eigentlich Apple Cider?
Der Begriff ist international nicht einheitlich.
In den USA kann apple cider einen frisch gepressten, häufig naturtrüben Apfelsaft bezeichnen.
Im Vereinigten Königreich und in vielen anderen Ländern steht cider dagegen üblicherweise für ein alkoholisches Getränk, das durch die Fermentation von Apfelsaft entsteht.
Deshalb sollte man bei Produkten immer auf die Produktbezeichnung und den Alkoholgehalt schauen.
Ein Apfelsaft ist nicht automatisch dasselbe wie ein Cider.
Wie entsteht Apfelsaft?
Am Anfang stehen Äpfel.
Sie werden sortiert, gewaschen und zerkleinert. Anschließend wird der Saft aus dem Fruchtgewebe gewonnen.
Je nach Verfahren kann der Saft:
- filtriert
- geklärt
- erhitzt
- haltbar gemacht
- naturtrüb belassen
werden.
Naturtrüber Apfelsaft enthält mehr Schwebstoffe aus dem Apfel als klarer Apfelsaft.
Das bedeutet aber nicht automatisch, dass er in jeder Hinsicht „gesünder“ ist.
Warum schmeckt Apple Cider so intensiv nach Apfel?
Äpfel enthalten eine Kombination aus:
- Zucker
- organischen Säuren
- Aromastoffen
- Wasser
- Polyphenolen
- Mineralstoffen
- weiteren Pflanzenstoffen
Beim Pressen gelangen diese Bestandteile teilweise in den Saft.
Das typische Apfelaroma entsteht aus vielen verschiedenen flüchtigen Aromastoffen.
Deshalb kann ein Cider oder Apfelsaft je nach Apfelsorte ganz unterschiedlich schmecken.
Welche Äpfel eignen sich für Cider?
Nicht jeder Apfel besitzt dieselben Eigenschaften.
Für die Ciderherstellung spielen unter anderem folgende Merkmale eine Rolle:
Süße: liefert Zucker als Ausgangsstoff.
Säure: sorgt für Frische.
Gerbstoffe: können Struktur und Mundgefühl beeinflussen.
Aroma: bestimmt den Charakter des späteren Getränks.
Bei der Herstellung von alkoholischem Cider wird deshalb häufig nicht einfach irgendein süßer Tafelapfel verwendet.
Was passiert bei der Fermentation?
Hier liegt einer der entscheidenden Unterschiede zwischen Apfelsaft und alkoholischem Cider.
Bei der alkoholischen Gärung wandeln Hefen Zucker in erster Linie in Ethanol und Kohlendioxid um.
Vereinfacht:
Zucker → Alkohol + Kohlendioxid
Dadurch verändert sich die Zusammensetzung des Getränks grundlegend.
Ein Teil des ursprünglich vorhandenen Zuckers wird umgesetzt.
Gleichzeitig entsteht Alkohol.
Warum ist Cider manchmal trocken und manchmal süß?
Das hängt unter anderem davon ab, wie weit die Gärung fortgeschritten ist und ob nachträglich Zucker zugesetzt oder der Geschmack auf andere Weise angepasst wurde.
Ein trockener Cider enthält häufig weniger Restzucker als eine süßere Variante.
Aber:
Trocken bedeutet nicht automatisch kalorienarm.
Denn Alkohol selbst liefert Energie.
Alkohol und Energiegehalt
Alkohol liefert ungefähr 7 Kilokalorien pro Gramm.
Damit liegt sein Energiegehalt zwischen Kohlenhydraten und Fett.
Ein alkoholischer Cider kann deshalb trotz relativ wenig Restzucker eine relevante Energiemenge liefern.
Bei süßen Cidern können zusätzlich noch Kohlenhydrate beziehungsweise Zucker zur Energiezufuhr beitragen.
Das ist ein gutes Beispiel dafür, warum man den Geschmack eines Getränks nicht einfach mit seinem Energiegehalt gleichsetzen kann.
Apfelsaft enthält keinen Alkohol – aber durchaus Zucker
Auch alkoholfreier Apfelsaft ist kein zuckerfreies Getränk.
Der natürliche Zucker des Apfels gelangt beim Pressen in den Saft.
Im Gegensatz zum ganzen Apfel fehlen dem Saft allerdings wesentliche Teile der ursprünglichen Zellstruktur und – je nach Produkt – ein großer Teil der Ballaststoffe.
Deshalb kann man einen Apfel essen und Apfelsaft trinken nicht ernährungsphysiologisch gleichsetzen.
Warum sättigt ein ganzer Apfel stärker?
Beim ganzen Apfel muss gekaut werden.
Das Fruchtfleisch und die Zellstruktur sorgen für ein anderes Mundgefühl und eine langsamere Aufnahme als bei einem Getränk.
Außerdem enthält der ganze Apfel Ballaststoffe.
Beim Saft wird dagegen eine größere Menge Apfel in relativ kurzer Zeit getrunken.
Das kann dazu führen, dass die gleiche Menge natürlicher Fruchtzucker wesentlich leichter aufgenommen wird.
Ist naturtrüber Apfelsaft automatisch besser?
Nicht unbedingt.
Naturtrüber Saft kann mehr Schwebstoffe und bestimmte Pflanzenbestandteile enthalten als klarer Saft.
Aber:
Naturtrüb bedeutet nicht „zuckerfrei“, „kalorienarm“ oder automatisch gesundheitlich überlegen.
Für die Ernährung sind unter anderem relevant:
- Gesamtmenge
- Trinkhäufigkeit
- Energiegehalt
- Zuckergehalt
- Portionsgröße
- restliche Ernährung
Was sind Polyphenole?
Äpfel enthalten verschiedene Polyphenole.
Dazu gehören unter anderem:
- Flavanole
- Phenolsäuren
- Flavonole
Die genaue Zusammensetzung hängt von Apfelsorte, Reifegrad und Verarbeitung ab.
Bei der Verarbeitung zu Saft können sich diese Stoffe verändern oder teilweise verloren gehen.
Besonders die Apfelschale enthält zahlreiche Pflanzenstoffe. Deshalb ist der Verzehr eines ganzen Apfels etwas anderes als das Trinken eines klar filtrierten Apfelsafts.
Warum wird Apple Cider manchmal erhitzt?
Besonders in den USA ist hot apple cider ein beliebtes saisonales Getränk.
Dabei wird Apfelsaft beziehungsweise alkoholfreier Cider erwärmt und häufig mit Gewürzen kombiniert.
Typisch sind beispielsweise:
- Zimt
- Nelken
- Orangenschale
- Sternanis
- Muskat
- Ingwer
Das Ergebnis ist ein aromatisches Heißgetränk.
Dabei stammt der intensive Geschmack nicht nur vom Apfel, sondern von der Kombination verschiedener Gewürzaromen.
Zimt, Nelken und Co. verändern mehr als nur den Geschmack
Gewürze enthalten zahlreiche Aromastoffe und sekundäre Pflanzenstoffe.
Bei Zimt spielt beispielsweise Cumarin eine Rolle.
Cassia-Zimt enthält deutlich mehr Cumarin als Ceylon-Zimt.
Wer sehr häufig und große Mengen zimthaltiger Produkte konsumiert, sollte deshalb auch die verwendete Zimtsorte berücksichtigen.
Für ein gelegentliches gewürztes Apfelgetränk ist die verwendete Menge allerdings normalerweise deutlich kleiner als bei einer Nahrungsergänzung oder einem hochkonzentrierten Produkt.
Cider, Apfelsaft und Apfelwein – nicht verwechseln
| Getränk | Alkohol | Ausgangsbasis | Typischer Charakter |
|---|---|---|---|
| Apfel | nein | ganze Frucht | Ballaststoffe, Kauen |
| Apfelsaft | nein | gepresste Äpfel | fruchtig, süß |
| alkoholfreier Apple Cider | nein | Apfelsaft/Apfelmost je nach Produkt | oft kräftig und naturtrüb |
| Cider | ja | vergorener Apfelsaft | fruchtig, trocken bis süß |
| Apfelwein | ja | vergorener Apfelsaft | meist säuerlich, trocken |
Die genaue Bezeichnung und Herstellung kann regional variieren.
Was bedeutet „Most“?
Auch der Begriff Most ist regional nicht ganz eindeutig.
In manchen Regionen bezeichnet Most einen frisch gepressten oder teilweise vergorenen Fruchtsaft, während anderswo bereits ein vergorenes Getränk gemeint ist.
Für Verbraucher ist deshalb die konkrete Produktkennzeichnung entscheidend.
Gerade bei alkoholischen Getränken sollte außerdem immer der Alkoholgehalt berücksichtigt werden.
Kann man Cider selbst herstellen?
Technisch ist die Herstellung von fermentierten Getränken möglich.
Allerdings ist die Herstellung nicht einfach nur:
Apfelsaft + Zeit = sicherer Cider.
Fermentation ist ein mikrobiologischer Prozess.
Dabei spielen Hefen, Säure, Temperatur, Hygiene und mögliche Verunreinigungen eine Rolle.
Für die private Küche ist es deshalb sinnvoll, sich bei alkoholischer Fermentation an bewährte hygienische und lebensmitteltechnische Verfahren zu halten.
Warum kann Cider Kohlensäure enthalten?
Während der Gärung entsteht Kohlendioxid.
Wird dieses Gas im Getränk gehalten, kann ein prickelndes Getränk entstehen.
Bei industriell hergestellten Produkten kann Kohlensäure außerdem gezielt zugesetzt werden.
Damit verändert sich das Mundgefühl erheblich.
Ein stiller Cider wirkt völlig anders als ein stark perlender.
Apfelcider und Allergien
Äpfel können bei empfindlichen Menschen allergische Reaktionen auslösen.
Bei manchen Personen mit Pollenallergien treten außerdem sogenannte pollenassoziierte Lebensmittelreaktionen auf.
Dabei kann beispielsweise roher Apfel Beschwerden verursachen, während erhitzter Apfel besser vertragen wird.
Das ist individuell und hängt unter anderem von der jeweiligen Sensibilisierung ab.
Bei bekannten Allergien sollte die individuelle Verträglichkeit berücksichtigt werden.
Was sollte man beim Einkauf beachten?
Ein kurzer Blick auf das Etikett kann viel verraten.
Interessant sind:
Produktbezeichnung: Saft, Cider, Apfelwein oder alkoholfrei?
Alkoholgehalt: Bei Cider und Apfelwein besonders wichtig.
Zucker: Ist Zucker zugesetzt?
Zutatenliste: Welche weiteren Zutaten sind enthalten?
Portionsgröße: Wie viel wird tatsächlich getrunken?
Aroma und Zusatzstoffe: Bei verarbeiteten Produkten können zusätzliche Zutaten enthalten sein.
Gerade bei aromatisierten Cidergetränken können die Unterschiede zwischen den Produkten erheblich sein.
🎯 NutriKunde-Mitmach-Idee: Der Apfel-im-Glas-Vergleich
Nimm:
A: einen ganzen Apfel
B: ein Glas naturtrüben Apfelsaft
C: ein Glas klaren Apfelsaft
Vergleiche:
- Süße
- Säure
- Aroma
- Sättigungsgefühl
- Trinkgeschwindigkeit
- Konsistenz
Anschließend kannst du auf die Etiketten schauen und die Angaben vergleichen.
Die zentrale Frage lautet:
Wie viel Apfel steckt tatsächlich in dem, was ich esse oder trinke – und in welcher Form?
💡 Was bleibt vom Apple Cider Day?
Der 18. November ist eine gute Gelegenheit, sich mit einem Lebensmittel zu beschäftigen, das sprachlich für Verwirrung sorgen kann.
Apple Cider ist nicht überall dasselbe.
Je nach Land kann damit ein alkoholfreier, naturtrüber Apfelsaft oder ein alkoholisches, vergorenes Getränk gemeint sein.
Für die Ernährung macht dieser Unterschied einen erheblichen Unterschied.
Auch Apfelsaft ist nicht einfach „flüssiger Apfel“: Durch das Pressen verändern sich Struktur, Ballaststoffgehalt und Trinkverhalten.
NutriKunde-Fazit
Apfel, Apfelsaft und Cider beginnen mit einer ähnlichen Ausgangsbasis – entwickeln sich durch Verarbeitung und Fermentation aber zu sehr unterschiedlichen Lebensmitteln.
Besonders interessant sind dabei die Themen Zucker, Ballaststoffe, Fermentation, Alkohol, Energiegehalt und Pflanzenstoffe.
Wer beim Einkauf nicht nur auf den Namen, sondern auch auf Zutatenliste, Nährwertangaben und Alkoholgehalt schaut, kann die verschiedenen Produkte wesentlich besser einordnen.
Und manchmal zeigt gerade ein Glas Apfelsaft, wie groß der Unterschied zwischen einem ganzen Lebensmittel und seiner flüssigen Form sein kann.
Wichtiger Hinweis
Die Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Beratung durch Arzt, Heilpraktiker, Apotheker oder Ernährungsfachkraft. Vor der Anwendung oder Einnahme sollte bei gesundheitlichen Fragen eine entsprechende Fachperson hinzugezogen werden. NutriKunde übernimmt keine Gewähr für Vollständigkeit, Richtigkeit oder Aktualität der Angaben. Maßgeblich ist immer die individuelle Situation.