World Diabetes Day

14. November – World Diabetes Day

Der World Diabetes Day findet jedes Jahr am 14. November statt. Der Tag wurde 1991 von der International Diabetes Federation (IDF) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ins Leben gerufen und 2006 durch die Vereinten Nationen offiziell anerkannt.

Das Datum erinnert an den Geburtstag von Frederick Banting, einem der Wissenschaftler, die an der Entdeckung des Insulins beteiligt waren.

Diabetes ist heute eine der weltweit bedeutenden chronischen Stoffwechselerkrankungen. Der Aktionstag soll über Diabetes informieren, die Bedeutung einer frühen Diagnose verdeutlichen und auf Prävention, Behandlung und Versorgung aufmerksam machen.

Was ist Diabetes eigentlich?

Diabetes mellitus bezeichnet eine Gruppe von Stoffwechselerkrankungen, bei denen der Blutzuckerspiegel dauerhaft erhöht sein kann.

Eine zentrale Rolle spielt Insulin. Dieses Hormon wird in der Bauchspeicheldrüse gebildet und hilft dem Körper dabei, Glukose aus dem Blut in Zellen aufzunehmen und zu nutzen.

Wenn zu wenig Insulin vorhanden ist oder die Wirkung des Insulins nicht ausreichend ist, kann Glukose im Blut ansteigen.

Warum braucht der Körper Glukose?

Glukose ist ein wichtiger Energieträger.

Besonders Gehirn und Nervensystem benötigen kontinuierlich Energie. Auch Muskeln und andere Gewebe können Glukose zur Energiegewinnung nutzen.

Glukose stammt unter anderem aus kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln. Sie kann aber auch im Körper selbst gebildet werden, beispielsweise aus gespeicherten Kohlenhydraten oder bestimmten Ausgangsstoffen.

Welche Formen von Diabetes gibt es?

Die wichtigsten Formen sind:

  • Typ-1-Diabetes
  • Typ-2-Diabetes
  • Schwangerschaftsdiabetes

Daneben existieren weitere, seltenere Formen.

Typ-1-Diabetes entsteht durch einen weitgehenden Verlust der insulinproduzierenden Betazellen. Betroffene benötigen Insulin.

Typ-2-Diabetes ist durch eine Kombination verschiedener Faktoren gekennzeichnet, unter anderem eine verminderte Insulinwirkung und im weiteren Verlauf häufig eine unzureichende Insulinproduktion.

Schwangerschaftsdiabetes tritt während der Schwangerschaft auf und wird durch Untersuchungen erkannt.

Kann Typ-1-Diabetes durch Ernährung verhindert werden?

Nach heutigem Wissensstand nicht.

Typ-1-Diabetes ist eine komplexe Erkrankung, an deren Entstehung unter anderem autoimmune Prozesse beteiligt sind. Eine bestimmte Ernährungsweise verhindert Typ-1-Diabetes nicht.

Das ist ein wichtiger Unterschied zu Typ 2.

Kann Typ-2-Diabetes verhindert oder verzögert werden?

Das Risiko für Typ-2-Diabetes kann durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden.

Dazu gehören unter anderem:

  • regelmäßige körperliche Aktivität
  • eine ausgewogene Ernährung
  • ein gesundes Körpergewicht
  • Verzicht auf Tabak
  • ausreichender Schlaf und eine insgesamt gesundheitsfördernde Lebensweise

Nicht jeder Einflussfaktor lässt sich individuell verändern. Auch Alter, genetische Veranlagung und andere gesundheitliche Faktoren spielen eine Rolle.

Sind Kohlenhydrate bei Diabetes grundsätzlich verboten?

Nein.

Kohlenhydrate sind nicht grundsätzlich verboten. Entscheidend sind unter anderem Menge, Lebensmittelqualität, Zubereitung und die individuelle Stoffwechselsituation.

Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Gemüse, Obst und andere pflanzliche Lebensmittel können beispielsweise gleichzeitig Kohlenhydrate, Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe liefern.

Bei bestehendem Diabetes muss die Ernährung an die individuelle Behandlung angepasst werden.

Warum sind Ballaststoffe interessant?

Ballaststoffe werden im Dünndarm nicht vollständig verdaut.

Sie können die Aufnahme von Kohlenhydraten verlangsamen, zur Sättigung beitragen und die Darmfunktion unterstützen.

Ballaststoffreiche Lebensmittel sind beispielsweise:

  • Hülsenfrüchte
  • Vollkornprodukte
  • Gemüse
  • Obst
  • Nüsse
  • Samen

Die Wirkung eines Lebensmittels auf den Blutzucker hängt jedoch nicht allein von seinem Ballaststoffgehalt ab.

Was bedeutet glykämischer Index?

Der glykämische Index (GI) beschreibt, wie stark ein kohlenhydrathaltiges Lebensmittel den Blutzucker im Vergleich zu einer Referenz ansteigen lässt.

Dabei spielt unter anderem die Geschwindigkeit der Kohlenhydrataufnahme eine Rolle.

Der GI eines Lebensmittels lässt sich allerdings nicht isoliert betrachten. Portionsgröße, Kombination mit Fett, Protein und Ballaststoffen sowie die Verarbeitung beeinflussen ebenfalls die Blutzuckerreaktion.

Was bedeutet glykämische Last?

Die glykämische Last berücksichtigt zusätzlich die tatsächlich verzehrte Menge an verfügbaren Kohlenhydraten.

Damit kann sie für die praktische Ernährung aussagekräftiger sein als der GI allein.

Trotzdem sind beide Werte nur einzelne Hilfsmittel und keine vollständige Beschreibung einer Mahlzeit.

Ist Zucker die alleinige Ursache für Diabetes?

Nein.

Diabetes ist wesentlich komplexer.

Bei Typ-2-Diabetes spielen unter anderem genetische Faktoren, Körpergewicht, Bewegungsmangel, Alter und weitere Stoffwechsel- und Lebensstilfaktoren zusammen.

Eine Ernährung mit sehr vielen zuckerreichen und energiereichen Lebensmitteln kann ungünstig sein, aber Diabetes lässt sich nicht auf den Konsum eines einzelnen Lebensmittels reduzieren.

Warum sind zuckerhaltige Getränke besonders interessant?

Getränke mit viel freiem oder zugesetztem Zucker können größere Zuckermengen liefern, ohne besonders stark zu sättigen.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Limonaden
  • Cola
  • Energydrinks
  • gesüßte Eistees
  • bestimmte Fruchtgetränke

Wasser und ungesüßte Getränke liefern dagegen keinen vergleichbaren Zuckerbeitrag.

Welche Rolle spielt Bewegung?

Muskeln können Glukose aufnehmen und zur Energiegewinnung verwenden.

Regelmäßige körperliche Aktivität ist deshalb ein wichtiger Bestandteil einer gesundheitsfördernden Lebensweise und spielt auch bei der Prävention und Behandlung von Typ-2-Diabetes eine Rolle.

Bei bestehendem Diabetes muss körperliche Aktivität allerdings individuell berücksichtigt werden, insbesondere bei einer Behandlung mit bestimmten Medikamenten oder Insulin.

Warum ist eine frühe Diagnose wichtig?

Typ-2-Diabetes kann sich über längere Zeit entwickeln, ohne deutliche Beschwerden zu verursachen.

Eine frühzeitige Diagnose ermöglicht es, erhöhte Blutzuckerwerte zu erkennen und gemeinsam mit medizinischen Fachpersonen geeignete Maßnahmen einzuleiten.

Typische mögliche Symptome eines deutlich erhöhten Blutzuckers können unter anderem starker Durst, häufiges Wasserlassen, Müdigkeit oder Sehstörungen sein.

Solche Beschwerden sind jedoch nicht spezifisch genug, um daraus selbst eine Diagnose abzuleiten.

Welche langfristigen Folgen kann Diabetes haben?

Ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel kann Blutgefäße und Nerven schädigen.

Mögliche Folgeerkrankungen betreffen unter anderem:

  • Augen
  • Nieren
  • Nerven
  • Herz-Kreislauf-System
  • Füße

Durch eine geeignete Behandlung und regelmäßige Kontrollen lassen sich Risiken und Komplikationen vielfach reduzieren oder hinauszögern.

Was bedeutet Ernährung bei bestehendem Diabetes?

Eine Diabetes-Ernährung besteht nicht aus einem einzigen vorgeschriebenen Speiseplan.

Sie hängt unter anderem davon ab,

  • welcher Diabetes-Typ vorliegt,
  • welche Medikamente eingesetzt werden,
  • ob Insulin verwendet wird,
  • wie der Alltag gestaltet ist,
  • welche weiteren Erkrankungen bestehen,
  • welche persönlichen Ernährungsgewohnheiten vorhanden sind.

Deshalb kann eine individuell geeignete Ernährung nicht allein aus einem allgemeinen Aktionstag abgeleitet werden.

🎯 NutriKunde-Mitmach-Idee

Ein Ernährungstag kann einmal ohne Kalorienzählung analysiert werden.

Dabei werden Getränke und Mahlzeiten lediglich nach ihrer Zusammensetzung betrachtet:

Was enthält die Mahlzeit an Kohlenhydraten, Ballaststoffen, Protein, Fett und Gemüse oder Obst?

Anschließend kann geprüft werden, ob sich beispielsweise ein stark zuckerhaltiges Getränk durch Wasser oder ein ungesüßtes Getränk ersetzen lässt oder ob sich eine Mahlzeit durch Gemüse, Hülsenfrüchte oder Vollkornprodukte abwechslungsreicher gestalten lässt.

💡 Was bleibt vom World Diabetes Day?

Diabetes ist weit mehr als eine Frage des „Zuckers“.

Die Erkrankung betrifft den gesamten Stoffwechsel und kann viele Lebensbereiche beeinflussen. Ernährung, Bewegung, medizinische Behandlung, Früherkennung und individuelle Betreuung greifen dabei ineinander.

Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen den verschiedenen Diabetesformen: Nicht jede Form lässt sich durch Lebensstilmaßnahmen verhindern, und keine allgemeine Ernährungsempfehlung ersetzt eine individuelle Behandlung.

NutriKunde-Fazit

Der World Diabetes Day bietet einen wichtigen Anlass, den Zusammenhang zwischen Ernährung, Stoffwechsel, Bewegung und Diabetes sachlich zu betrachten.

Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung können bei Typ-2-Diabetes zur Prävention oder Verzögerung beitragen. Bei bestehendem Diabetes richtet sich die konkrete Ernährung dagegen nach der individuellen Situation und Behandlung.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Beratung durch Arzt, Heilpraktiker, Apotheker oder Ernährungsfachkraft. Vor der Anwendung oder Einnahme sollte bei gesundheitlichen Fragen eine entsprechende Fachperson hinzugezogen werden. NutriKunde übernimmt keine Gewähr für Vollständigkeit, Richtigkeit oder Aktualität der Angaben. Maßgeblich ist immer die individuelle Situation.

Von admin