Besonders wichtig ist bei Zimt die sachliche Unterscheidung zwischen Cassia- und Ceylon-Zimt sowie beim
Aktionstag: Was steckt in Zimt – und warum unterscheiden sich Cassia- und Ceylon-Zimt?
1. November – National Cinnamon Day
Der National Cinnamon Day findet jedes Jahr am 1. November statt. Im Mittelpunkt steht Zimt – eines der bekanntesten Gewürze der Welt.
Der Aktionstag ist ein inoffizieller US-amerikanischer Food-Aktionstag. Mehrere Kalender führen ihn jährlich am 1. November. Eine eindeutig dokumentierte Entstehungsgeschichte des Aktionstags ist weniger gut belegt als bei etablierten internationalen Gesundheits- oder Welttagen.
Zimt wird aus der getrockneten Rinde verschiedener Cinnamomum-Arten gewonnen. Dabei sind insbesondere Ceylon-Zimt und verschiedene Cassia-Zimtsorten von Bedeutung.
Für NutriKunde ist dieser Unterschied besonders interessant, denn Zimt ist nicht nur ein aromatisches Gewürz. Die verschiedenen Zimtsorten unterscheiden sich auch deutlich hinsichtlich ihres natürlichen Cumaringehalts.
Woher kommt Zimt?
Zimt entsteht aus der Rinde von Zimtbäumen. Die Rinde wird verarbeitet, getrocknet und entweder als Stange oder gemahlen als Pulver angeboten.
Die bekanntesten Gruppen sind:
- Ceylon-Zimt
- Cassia-Zimt
- weitere Cinnamomum-Arten
Ceylon-Zimt wird häufig als „echter Zimt“ bezeichnet. Cassia-Zimt umfasst dagegen mehrere verwandte Arten, die im Handel ebenfalls als Zimt angeboten werden.
Warum riecht Zimt so intensiv?
Das typische Zimtaroma entsteht durch zahlreiche natürliche Aromastoffe im ätherischen Öl der Rinde.
Eine besonders wichtige Verbindung ist Zimtaldehyd.
Beim Erwärmen werden aromatische Verbindungen stärker freigesetzt. Deshalb kann bereits eine kleine Menge Zimt einem Gericht einen sehr charakteristischen Geschmack verleihen.
12 wichtige Fragen zu Zimt
1. Ist Zimt ein Lebensmittel oder ein Gewürz?
Zimt wird in der Küche vor allem als Gewürz verwendet. Er wird deshalb normalerweise in kleinen Mengen eingesetzt.
Das ist ernährungsphysiologisch wichtig: Die Menge an Zimt in einem Gericht ist häufig relativ gering.
2. Welche Zimtarten gibt es?
Im Alltag sind vor allem Ceylon-Zimt und Cassia-Zimt relevant.
Ceylon-Zimt stammt überwiegend aus Sri Lanka und besitzt einen feineren, komplexeren Geschmack.
Cassia-Zimt ist kräftiger und enthält im Allgemeinen deutlich mehr Cumarin.
3. Was ist Cumarin?
Cumarin ist ein natürlich vorkommender Aromastoff, der in verschiedenen Pflanzen vorkommt.
In Cassia-Zimt können vergleichsweise hohe Mengen enthalten sein.
Bei empfindlichen Personen kann eine hohe Cumarinaufnahme über längere Zeit die Leber belasten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt deshalb insbesondere bei regelmäßigem Verzehr größerer Zimtmengen, auf einen Zimt mit niedrigem Cumaringehalt wie Ceylon-Zimt zurückzugreifen.
4. Ist Zimt deshalb grundsätzlich problematisch?
Nein.
Zimt wird üblicherweise in kleinen Mengen als Gewürz verwendet. Bei dieser normalen Verwendung ist er für die meisten Menschen unproblematisch.
Das Thema Cumarin wird vor allem dann relevant, wenn über längere Zeit größere Mengen Cassia-Zimt aufgenommen werden.
5. Wie viel Cumarin ist erlaubt?
Das BfR nennt als tolerierbare tägliche Aufnahmemenge 0,1 mg Cumarin pro Kilogramm Körpergewicht und Tag. Diese Bewertung gilt auch für besonders empfindliche Verbraucher.
Bei einem Körpergewicht von 60 kg entspricht dies 6 mg Cumarin pro Tag.
Der tatsächliche Cumaringehalt von Cassia-Zimt kann allerdings erheblich schwanken. Deshalb lässt sich aus einer bestimmten Grammzahl Zimt nicht immer exakt auf die Cumarinaufnahme schließen.
6. Wie unterscheiden sich Ceylon- und Cassia-Zimt?
Neben dem Cumaringehalt unterscheiden sie sich auch geschmacklich und optisch.
Ceylon-Zimt ist meist feiner und milder.
Cassia-Zimt schmeckt häufig kräftiger und würziger.
Bei Zimtpulver ist die Unterscheidung mit bloßem Auge schwierig. Auf der Verpackung sollte deshalb möglichst die Zimtart angegeben sein.
7. Warum ist Zimt in Weihnachtsgebäck so beliebt?
Zimt besitzt ein intensives warmes Aroma, das gut mit Zucker, Äpfeln, Nüssen, Schokolade und verschiedenen Teigsorten harmoniert.
Beim Backen verbinden sich die Zimtaromen zusätzlich mit Röstaromen und anderen Aromastoffen.
Dadurch entsteht das typische Gewürzaroma vieler Weihnachtsgebäcke.
8. Enthält Zimt Vitamine und Mineralstoffe?
Zimt enthält verschiedene Mineralstoffe und andere pflanzliche Inhaltsstoffe.
Da Zimt jedoch normalerweise nur in kleinen Mengen verzehrt wird, sollte er nicht als relevante Vitamin- oder Mineralstoffquelle betrachtet werden.
Seine wichtigste kulinarische Funktion ist die Aromatisierung.
9. Kann Zimt den Blutzucker senken?
Zimt wird häufig mit einer möglichen Wirkung auf den Blutzucker beworben.
Die wissenschaftliche Datenlage ist jedoch nicht eindeutig. Das NCCIH weist darauf hin, dass derzeit keine ausreichenden Belege dafür vorliegen, Zimt zur Behandlung einer bestimmten Erkrankung einzusetzen.
Zimt sollte daher nicht als Ersatz für eine medizinische Behandlung oder eine individuell abgestimmte Ernährung betrachtet werden.
10. Warum schmeckt Zimt süß, obwohl er keinen Zucker enthält?
Zimt selbst liefert keine vergleichbare Süße wie Zucker.
Sein intensives Aroma kann jedoch zusammen mit anderen Geschmacksreizen den Eindruck erzeugen, dass ein Gericht süßer oder wärmer schmeckt.
Das ist besonders interessant bei Speisen wie Milchreis, Apfelmus oder Gebäck.
11. Ist Zimt auch für herzhafte Gerichte geeignet?
Ja.
Zimt wird unter anderem in orientalischen, nordafrikanischen und asiatischen Küchen auch für herzhafte Speisen verwendet.
Er kann beispielsweise mit Fleisch, Hülsenfrüchten, Gemüse oder Reis kombiniert werden.
12. Was ist bei Zimt-Nahrungsergänzungsmitteln zu beachten?
Bei Nahrungsergänzungsmitteln können deutlich größere Mengen Zimt beziehungsweise Zimtextrakte aufgenommen werden als bei der normalen Verwendung als Gewürz.
Das BfR weist darauf hin, dass solche Produkte insbesondere bei Cassia-Zimt höhere Cumarinmengen enthalten können.
Eine Nahrungsergänzung sollte deshalb nicht mit der normalen Verwendung von Zimt beim Kochen gleichgesetzt werden.
Zimt und Zucker – eine interessante Kombination
Zimt wird häufig mit süßen Lebensmitteln verbunden:
- Milchreis
- Apfelkuchen
- Zimtschnecken
- Gebäck
- Desserts
- Frühstücksgerichte
- Heißgetränke
Dabei stammt die Süße in diesen Speisen in der Regel nicht vom Zimt selbst, sondern von Zucker oder anderen Zutaten.
Zimt kann jedoch dazu beitragen, dass eine Speise auch mit weniger zusätzlicher Süße aromatisch wirkt.
Zimtstange oder Zimtpulver?
Beides hat Vor- und Nachteile.
Eine Zimtstange kann beispielsweise in Milch, Kompott oder Tee mitgekocht und anschließend entfernt werden.
Zimtpulver verteilt sich dagegen direkt im Lebensmittel.
Bei einer Zimtstange lässt sich die Zimtart außerdem häufig leichter erkennen. Ceylon-Zimt besitzt typischerweise viele dünne, ineinanderliegende Rindenschichten, während Cassia-Stangen meist deutlich dicker und kompakter sind.
🎯 NutriKunde-Mitmach-Idee
Zwei Zimtproben miteinander vergleichen:
Ceylon-Zimt und Cassia-Zimt.
Verglichen werden können:
- Geruch
- Schärfe
- Süßeindruck
- Holz-/Rindennote
- Farbe
- Struktur der Zimtstange
- Verwendung in süßen Gerichten
Anschließend kann die Verpackung auf die Angabe der Zimtart geprüft werden.
So wird aus einem Gewürz ein kleines Lebensmittelkunde-Experiment.
💡 Was bleibt vom National Cinnamon Day?
Zimt ist ein gutes Beispiel dafür, dass ein Gewürz trotz kleiner Verzehrmenge interessante ernährungswissenschaftliche Fragen aufwirft.
Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen Ceylon- und Cassia-Zimt. Cassia-Zimt enthält deutlich mehr Cumarin, weshalb bei regelmäßigem Verzehr größerer Mengen eine moderate Verwendung sinnvoll ist.
Für die normale Verwendung in der Küche bleibt Zimt vor allem das, was er sein soll: ein aromatisches Gewürz.
NutriKunde-Fazit
Zimt bringt mit sehr kleinen Mengen ein intensives Aroma in zahlreiche Speisen.
Dabei lohnt sich ein genauer Blick auf die Zimtart. Besonders Cassia-Zimt kann vergleichsweise viel Cumarin enthalten, während Ceylon-Zimt deutlich weniger davon aufweist.
Die häufige Werbung mit Zimt als „Gesundheitsgewürz“ sollte dagegen sachlich betrachtet werden: Die bisherige Forschung reicht nicht aus, um Zimt als Behandlungsmittel für bestimmte Erkrankungen zu empfehlen.
Wichtiger Hinweis
Die Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Beratung durch Arzt, Heilpraktiker, Apotheker oder Ernährungsfachkraft. Vor der Anwendung oder Einnahme sollte bei gesundheitlichen Fragen eine entsprechende Fachperson hinzugezogen werden. NutriKunde übernimmt keine Gewähr für Vollständigkeit, Richtigkeit oder Aktualität der Angaben. Maßgeblich ist immer die individuelle Situation.