Der 16. Oktober ist World Restart a Heart Day. ILCOR legt ihn ausdrücklich auf den 16. Oktober jedes Jahr, beginnend 2018. Wichtig ist dabei die saubere Trennung zwischen Herzstillstand und Herzinfarkt. Für NutriKunde bietet sich die Ernährung vor allem über die langfristige Herz-Kreislauf-Prävention an – nicht als Maßnahme während eines akuten Herzstillstands.
Aktionstag: Was kann Ernährung für ein gesundes Herz leisten – und was tun bei einem Herzstillstand?
16. Oktober – World Restart a Heart Day
Der World Restart a Heart Day findet jedes Jahr am 16. Oktober statt. Der internationale Aktionstag wurde vom International Liaison Committee on Resuscitation (ILCOR) ins Leben gerufen und wird seit 2018 jährlich an diesem festen Datum begangen.
Im Mittelpunkt steht eine lebenswichtige Fähigkeit: Wiederbelebung bei einem Herzstillstand.
Ein plötzlicher Herzstillstand ist ein medizinischer Notfall. Das Herz pumpt kein ausreichendes Blut mehr durch den Körper, die betroffene Person verliert in der Regel das Bewusstsein und die normale Atmung setzt aus oder ist nicht normal. Ohne schnelle Behandlung kann ein Herzstillstand innerhalb weniger Minuten tödlich sein.
Der World Restart a Heart Day soll deshalb möglichst viele Menschen dazu motivieren, Herzdruckmassage und die Anwendung eines automatisierten externen Defibrillators (AED) zu erlernen.
Für NutriKunde ergibt sich zusätzlich eine wichtige Frage:
Was kann Ernährung langfristig zur Herzgesundheit beitragen?
Hier muss zwischen zwei völlig unterschiedlichen Situationen unterschieden werden:
Akuter Herzstillstand:
→ sofortige Notfallmaßnahmen, Notruf, Herzdruckmassage und möglichst AED.
Langfristige Herz-Kreislauf-Gesundheit:
→ unter anderem Ernährung, Bewegung, Blutdruck, Körpergewicht, Rauchverzicht und weitere Risikofaktoren.
Eine Mahlzeit kann einen Herzstillstand nicht behandeln. Eine langfristig günstige Lebensweise kann jedoch dazu beitragen, das Risiko bestimmter Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu beeinflussen.
12 Fragen und Antworten zum World Restart a Heart Day
1. Was ist der World Restart a Heart Day?
Der World Restart a Heart Day ist ein internationaler Aktionstag am 16. Oktober.
Er soll das Bewusstsein für Herzstillstand und Wiederbelebung erhöhen und möglichst viele Menschen dazu bringen, grundlegende Wiederbelebungsmaßnahmen zu erlernen.
2. Was ist ein Herzstillstand?
Bei einem Herzstillstand pumpt das Herz kein ausreichendes Blut mehr durch den Körper.
Dadurch werden unter anderem Gehirn und andere lebenswichtige Organe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt.
Ohne schnelle Behandlung kann ein Herzstillstand innerhalb weniger Minuten tödlich sein.
3. Ist ein Herzstillstand dasselbe wie ein Herzinfarkt?
Nein.
Ein Herzinfarkt entsteht durch eine Durchblutungsstörung eines Herzkranzgefäßes.
Ein Herzstillstand bedeutet, dass das Herz keine ausreichende Pumpleistung mehr erbringt.
Ein Herzinfarkt kann allerdings einen Herzstillstand auslösen. Die Begriffe sind deshalb nicht gleichbedeutend.
4. Was sollte bei einem vermuteten Herzstillstand passieren?
Wenn eine Person bewusstlos ist und nicht normal atmet, sollte unverzüglich der Notruf 112 gewählt und mit der Wiederbelebung begonnen werden.
Eine sofort begonnene Herzdruckmassage kann lebensrettend sein.
Wenn ein AED verfügbar ist, sollte er möglichst schnell eingesetzt werden. Das Gerät gibt Sprachanweisungen und analysiert den Herzrhythmus.
5. Warum ist schnelles Handeln so wichtig?
Bei einem Herzstillstand wird das Gehirn nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt.
Jede Verzögerung kann die Überlebenschancen verschlechtern.
Deshalb ist es wichtiger, überhaupt zu handeln, als aus Angst vor Fehlern gar nichts zu tun.
Für konkrete Wiederbelebungsmaßnahmen sollte ein aktueller Erste-Hilfe- oder Reanimationskurs genutzt werden.
6. Was hat Ernährung mit Herzgesundheit zu tun?
Ernährung ist einer von mehreren Faktoren, die das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen beeinflussen können.
Eine Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten und Nüssen sowie einer günstigen Fettqualität und einer begrenzten Aufnahme von Salz, freien Zuckern und ungünstigen Fetten kann zur Herz-Kreislauf-Gesundheit beitragen.
Die WHO nennt eine ungesunde Ernährung ausdrücklich als wichtigen beeinflussbaren Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
7. Warum spielt Salz eine Rolle?
Eine dauerhaft hohe Natriumaufnahme kann den Blutdruck erhöhen.
Hoher Blutdruck gehört zu den wichtigen Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Die WHO empfiehlt Erwachsenen weniger als 2.000 mg Natrium pro Tag, entsprechend weniger als etwa 5 g Salz pro Tag. Dabei stammt Natrium nicht nur aus dem Salzstreuer, sondern häufig auch aus verarbeiteten Lebensmitteln.
8. Welche Lebensmittel passen zu einer herzbewussten Ernährung?
Eine abwechslungsreiche Ernährung kann beispielsweise häufig enthalten:
- Gemüse
- Obst
- Hülsenfrüchte
- Vollkornprodukte
- Nüsse und Samen
- Fisch
- pflanzliche Öle mit ungesättigten Fettsäuren
- je nach Ernährungsweise weitere geeignete Proteinquellen
Gleichzeitig kann es sinnvoll sein, stark salzreiche, zuckerreiche und stark verarbeitete Lebensmittel nicht zum überwiegenden Bestandteil der Ernährung zu machen.
9. Welche Rolle spielen Fette?
Nicht alle Fette wirken ernährungsphysiologisch gleich.
Die WHO empfiehlt, gesättigte und insbesondere industrielle Transfette zu begrenzen und ungesättigte Fettsäuren gegenüber gesättigten Fettsäuren zu bevorzugen.
Geeignete Quellen für ungesättigte Fettsäuren sind beispielsweise Nüsse, Samen, bestimmte pflanzliche Öle, Avocado und Fisch.
10. Sind Omega-3-Fettsäuren gut für das Herz?
Omega-3-Fettsäuren gehören zu den mehrfach ungesättigten Fettsäuren.
Fettreicher Fisch liefert insbesondere die langkettigen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA.
Das bedeutet jedoch nicht, dass möglichst hohe Dosen von Omega-3-Nahrungsergänzungsmitteln für jeden Menschen sinnvoll sind.
Bei der Ernährung sollte vielmehr die gesamte Fettqualität und das gesamte Ernährungsmuster betrachtet werden.
11. Kann Ernährung einen Herzstillstand verhindern?
Eine Ernährung kann einen Herzstillstand nicht sicher verhindern.
Sie kann jedoch einen Teil der langfristig beeinflussbaren Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen beeinflussen.
Dazu gehören unter anderem Blutdruck, Körpergewicht und bestimmte Stoffwechsel- und Blutfettwerte.
Weitere wichtige Faktoren sind Bewegung, Rauchverzicht, Alkohol, Schlaf, bestehende Erkrankungen und die medizinische Behandlung individueller Risikofaktoren.
12. Kann ein gesunder Lebensstil eine Reanimation ersetzen?
Nein.
Wenn ein Herzstillstand eintritt, sind sofortige Wiederbelebungsmaßnahmen entscheidend.
Eine gesunde Ernährung ist eine langfristige Maßnahme und keine Notfallbehandlung.
Herzinfarkt und Herzstillstand – zwei Begriffe, die nicht verwechselt werden sollten
Die Unterscheidung ist für diesen Aktionstag besonders wichtig.
Herzinfarkt
Ein Herzinfarkt entsteht durch eine Unterbrechung der Blutversorgung eines Teils des Herzmuskels.
Typische Beschwerden können beispielsweise Druck oder Schmerzen im Brustbereich, Atemnot, Übelkeit oder andere Beschwerden sein.
Ein Herzinfarkt benötigt unverzüglich medizinische Behandlung.
Herzstillstand
Bei einem Herzstillstand funktioniert die Herzpumpe nicht mehr ausreichend.
Die betroffene Person ist in der Regel bewusstlos und atmet nicht normal.
Hier steht die sofortige Reanimation im Vordergrund.
Ein Herzinfarkt kann einen Herzstillstand verursachen, aber nicht jeder Herzstillstand entsteht durch einen Herzinfarkt.
Ernährung und Blutdruck
Eine der wichtigsten Verbindungen zwischen Ernährung und Herz-Kreislauf-Gesundheit besteht beim Blutdruck.
Eine dauerhaft hohe Natriumaufnahme kann den Blutdruck erhöhen. Gleichzeitig können Ernährung, Bewegung und Körpergewicht gemeinsam beeinflussen, wie sich das individuelle Herz-Kreislauf-Risiko entwickelt.
Besonders interessant ist dabei, dass Natrium nicht nur über den Salzstreuer aufgenommen wird.
Relevante Mengen können beispielsweise in folgenden Lebensmitteln stecken:
- Brot und Backwaren
- Wurst und verarbeitetes Fleisch
- Käse
- Fertiggerichte
- Snacks
- Saucen
- Brühen und Würzmittel
Deshalb lohnt sich ein Blick auf Zutatenlisten und Nährwertangaben.
Was bedeutet herzbewusste Ernährung?
„Herzgesund“ sollte nicht mit einer einzigen speziellen Diät gleichgesetzt werden.
Vielmehr geht es um ein langfristiges Ernährungsmuster.
Dazu können gehören:
Mehr pflanzliche Vielfalt:
Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Vollkorn, Nüsse und Samen.
Günstigere Fettqualität:
Mehr ungesättigte und weniger gesättigte beziehungsweise industrielle Transfette.
Weniger Salz:
Insbesondere bei häufigem Verzehr stark verarbeiteter Lebensmittel.
Weniger freie Zucker:
Vor allem bei regelmäßig hohem Konsum zuckerreicher Getränke und Lebensmittel.
Angemessene Energiezufuhr:
Passend zum individuellen Bedarf und Aktivitätsniveau.
Die WHO nennt genau diese Grundprinzipien als Bestandteile einer herzbewussten Ernährung.
Warum Gemüse, Hülsenfrüchte und Vollkorn interessant sind
Diese Lebensmittelgruppen liefern unterschiedliche Kombinationen aus Ballaststoffen, Vitaminen, Mineralstoffen und weiteren bioaktiven Pflanzenstoffen.
Hülsenfrüchte liefern zusätzlich relevante Mengen an pflanzlichem Protein.
Vollkornprodukte enthalten mehr Ballaststoffe und bestimmte Mikronährstoffe als entsprechende stark raffinierte Getreideprodukte.
Damit kann bereits die Zusammensetzung alltäglicher Mahlzeiten einen Unterschied machen.
Es geht dabei nicht um einzelne „Superfoods“, sondern um ein insgesamt günstiges Ernährungsmuster.
Was ist mit Süßigkeiten, Fast Food und fettreichen Speisen?
Ein einzelnes Lebensmittel verursacht keinen Herzstillstand.
Entscheidend ist vielmehr das langfristige Ernährungsmuster.
Lebensmittel mit viel Salz, freien Zuckern oder ungünstigen Fettarten müssen deshalb nicht grundsätzlich verboten werden. Ein sehr häufiger und großer Anteil solcher Lebensmittel kann jedoch ungünstiger sein als eine abwechslungsreiche Ernährung mit einem hohen Anteil nährstoffreicher Lebensmittel.
Eine sachliche Ernährungsinformation sollte deshalb zwischen Häufigkeit, Menge und Gesamtmuster unterscheiden.
🎯 NutriKunde-Mitmach-Idee
Ein „Herz-Check auf dem Einkaufszettel“ kann einmal durchgeführt werden.
Bei fünf häufig gekauften Lebensmitteln wird jeweils geprüft:
- Wie viel Salz beziehungsweise Natrium enthält das Produkt?
- Wie hoch ist der Anteil gesättigter Fettsäuren?
- Enthält es Ballaststoffe?
- Wie hoch ist der Anteil an freien beziehungsweise zugesetzten Zuckern?
- Welche Zutaten stehen an den ersten Stellen der Zutatenliste?
Anschließend kann ein ähnliches Produkt mit einer anderen Rezeptur verglichen werden.
So wird aus dem World Restart a Heart Day eine praktische Übung in Lebensmittel- und Nährwertkunde.
💡 Was bleibt vom World Restart a Heart Day?
Der wichtigste Gedanke dieses Tages ist nicht Ernährung, sondern Handlungsfähigkeit im Notfall.
Bei einem Herzstillstand kann schnelles Handeln durch andere Menschen lebensrettend sein. Herzdruckmassage und ein verfügbarer AED können entscheidend sein.
Ernährung gehört dagegen in die langfristige Perspektive.
Eine abwechslungsreiche Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten und Nüssen sowie einer günstigen Fettqualität und moderater Salzaufnahme kann Teil eines herzbewussten Lebensstils sein.
NutriKunde-Fazit
Der World Restart a Heart Day verbindet zwei unterschiedliche Ebenen:
Im Notfall zählt schnelles Handeln.
Im Alltag zählt langfristige Prävention.
Bei einem Herzstillstand ersetzen weder Ernährung noch Nahrungsergänzungsmittel die sofortige Wiederbelebung und medizinische Notfallversorgung.
Für die langfristige Herz-Kreislauf-Gesundheit ist Ernährung dagegen ein wichtiger Baustein neben Bewegung, Rauchverzicht, angemessenem Körpergewicht und der Behandlung bestehender Risikofaktoren.
Damit zeigt der Aktionstag sehr deutlich: Ernährungswissen kann Prävention unterstützen – Erste-Hilfe-Wissen kann im Notfall Leben retten.
Wichtiger Hinweis: Die Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Beratung durch Arzt, Heilpraktiker, Apotheker oder Ernährungsfachkraft. Vor der Anwendung oder Einnahme sollte bei gesundheitlichen Fragen eine entsprechende Fachperson hinzugezogen werden. NutriKunde übernimmt keine Gewähr für Vollständigkeit, Richtigkeit oder Aktualität der Angaben. Maßgeblich ist immer die individuelle Situation.