NutriKunde-Aktionskalender · 23. Dezember
23. Dezember – Pigs in Blankets Day
Kurz vor Weihnachten wird es in Großbritannien besonders herzhaft: Der Pigs in Blankets Day am 23. Dezember widmet sich einem kleinen Weihnachtsklassiker aus Würstchen und Speck.
Gemeint sind kleine Würstchen, die mit Bacon beziehungsweise Speck umwickelt und anschließend gebraten oder im Ofen gegart werden. In Großbritannien gehören „pigs in blankets“ traditionell zum Weihnachtsessen und werden häufig als Beilage zum Festtagsbraten serviert. Der 23. Dezember wird als inoffizieller britischer Food-Aktionstag geführt.
Für NutriKunde steckt darin mehr als nur ein weihnachtlicher Snack: Wurst, verarbeitetes Fleisch, Salz, Fett, Eiweiß, Zubereitung und Portionsgröße machen daraus ein interessantes Lebensmittelkunde-Thema.
Was sind „Pigs in Blankets“?
Der Name bedeutet wörtlich ungefähr „Schweine im Schlafrock“.
Die klassische britische Variante besteht aus kleinen Würstchen, häufig Chipolatas, die mit dünnem Bacon umwickelt werden.
Anschließend werden sie gebraten oder im Backofen gegart.
Das Ergebnis verbindet zwei verarbeitete Fleischprodukte:
Würstchen + Bacon = Pigs in Blankets
Je nach Rezept kommen zusätzlich Zutaten wie Ahornsirup, Honig, Senf oder Cranberrysauce zum Einsatz. Gerade bei industriell hergestellten Varianten lohnt sich deshalb ein Blick auf die Zutatenliste.
Warum sind Pigs in Blankets ein Weihnachtsklassiker?
Die kleinen Speck-Würstchen werden in Großbritannien besonders mit dem Christmas Dinner verbunden.
Sie sind typischerweise keine eigenständige Hauptmahlzeit, sondern eine Beilage beziehungsweise Ergänzung zu einem größeren Festessen.
Damit unterscheiden sie sich auch von der Vorstellung, die man in Deutschland möglicherweise mit Würstchen im Speckmantel verbindet.
Weihnachtsgerichte zeigen sehr schön, wie stark Lebensmittel mit Kultur, Tradition und Jahreszeit verbunden sind.
Was steckt ernährungsphysiologisch darin?
Würstchen und Bacon liefern vor allem:
- Eiweiß
- Fett
- gesättigte Fettsäuren
- Salz beziehungsweise Natrium
Die genaue Zusammensetzung hängt stark von den verwendeten Produkten ab.
Ein wichtiger Punkt: Die Kombination aus Würstchen und Bacon bedeutet nicht automatisch, dass eine besonders große Menge gegessen werden muss.
Gerade weil Pigs in Blankets normalerweise als kleine Beilage serviert werden, spielt die Portionsgröße eine wichtige Rolle.
Warum schmecken Speck und Würstchen so intensiv?
Dafür sind mehrere Faktoren verantwortlich.
Beim Erhitzen verändert sich die Oberfläche der Lebensmittel. Unter anderem laufen Bräunungsreaktionen ab, die zahlreiche Aromastoffe entstehen lassen.
Gleichzeitig wird beim Braten oder Backen Wasser abgegeben und Fett verändert seine Verteilung.
Das Ergebnis:
knuspriger Speck, gebräunte Oberfläche und ein intensiver Geschmack.
Genau diese Kombination macht kleine Mengen geschmacklich sehr präsent.
Bacon und Wurst – warum ist die Kombination ernährungsphysiologisch interessant?
Sowohl Bacon als auch viele Würste gehören zu den verarbeiteten Fleischwaren.
Die DGE empfiehlt für eine Ernährung mit Fleisch und Wurst insgesamt höchstens 300 Gramm Fleisch und Wurst pro Woche. Diese Empfehlung bezieht sich nicht speziell auf Pigs in Blankets, sondern auf die gesamte Wochenmenge.
Damit lässt sich ein Weihnachtsklassiker gut einordnen:
Ein traditionelles Festessen muss nicht zum täglichen Ernährungsmodell werden.
Entscheidend ist die Ernährung insgesamt.
Was bedeutet „verarbeitetes Fleisch“?
Fleisch wird beispielsweise durch:
- Salzen
- Pökeln
- Räuchern
- Fermentieren
- Trocknen
haltbarer gemacht oder geschmacklich verändert.
Bacon und zahlreiche Würste fallen in diese Kategorie.
Das ist ein wichtiger Unterschied zwischen einem frischen Stück Fleisch und einem stark verarbeiteten Fleischprodukt.
Kann man Pigs in Blankets auch anders zubereiten?
Natürlich.
Aus dem klassischen Prinzip lassen sich zahlreiche Varianten entwickeln.
Zum Beispiel:
klassisch: Würstchen + Bacon
würziger: Würstchen + Bacon + Senf
fruchtig: Würstchen + Bacon + Cranberry
leicht süßlich: Bacon + wenig Ahornsirup
vegetarisch: pflanzliche Würstchen + geeignete pflanzliche Alternative zum Bacon
Gerade bei vegetarischen und veganen Produkten lohnt sich der Blick auf die Zutatenliste und Nährwerttabelle. Pflanzlich bedeutet nicht automatisch weniger Salz oder weniger Fett.
Wie sieht es mit der Portionsgröße aus?
Hier kann ein kleines Gedankenexperiment helfen.
Statt zu fragen:
„Sind Pigs in Blankets gesund oder ungesund?“
ist die praktischere Frage:
„Welche Menge passt zu einem ohnehin reichhaltigen Weihnachtsessen?“
Ein Festessen enthält häufig bereits mehrere Komponenten – beispielsweise Braten, Kartoffeln, Sauce, Gemüse, Beilagen und Dessert.
Eine kleine Beilage aus Würstchen und Bacon kommt also zusätzlich hinzu.
Die gesamte Mahlzeit ist deshalb interessanter als die isolierte Betrachtung eines einzelnen Lebensmittels.
Was sollte beim Zubereiten beachtet werden?
Wie bei anderen Fleischprodukten sind ausreichende Erhitzung und Küchenhygiene wichtig.
Rohes Fleisch sollte getrennt von verzehrfertigen Lebensmitteln verarbeitet werden.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung weist darauf hin, dass Kreuzkontaminationen und unzureichende Erhitzung wichtige Ursachen lebensmittelbedingter Erkrankungen im Privathaushalt sind.
Besonders wichtig:
Rohe Fleischprodukte nicht auf demselben Brett oder mit denselben Küchenutensilien weiterverarbeiten wie bereits verzehrfertige Speisen, ohne diese vorher gründlich zu reinigen.
🎯 NutriKunde-Mitmach-Idee: Der Weihnachts-Würstchen-Check
Drei Produkte können miteinander verglichen werden:
klassische Würstchen im Speckmantel – fertige Supermarktvariante – vegetarische oder vegane Variante
Interessant sind:
- Eiweiß
- Fett
- gesättigte Fettsäuren
- Salz
- Zutaten
- Portionsgröße
- Preis pro Portion
Die entscheidende Frage lautet:
Unterscheiden sich die drei Varianten tatsächlich so stark, wie es die Verpackung vermuten lässt?
Das ist ein einfacher Lebensmittelvergleich mit echtem Alltagsbezug.
💡 Was bleibt vom 23. Dezember?
„Pigs in Blankets“ zeigen, wie aus wenigen Zutaten ein typisches Festtagsgericht entsteht.
Gleichzeitig lässt sich daran sehr gut erklären, warum Verarbeitung, Salz, Fett, Portionsgröße und Zubereitung bei Fleischprodukten eine Rolle spielen.
Und noch etwas zeigt dieser britische Weihnachtsklassiker:
Was auf dem Teller landet, ist häufig auch ein Stück Esskultur.
NutriKunde-Fazit
Der Pigs in Blankets Day ist ein inoffizieller britischer Food-Aktionstag mit einem ausgesprochen weihnachtlichen Thema.
Würstchen im Speckmantel sind kein kompliziertes Lebensmittel – aber sie verbinden Fleischverarbeitung, Salz, Fett, Eiweiß, Bräunungsreaktionen und Portionsgröße auf kleinem Raum.
Gerade deshalb passt der 23. Dezember gut in den NutriKunde-Aktionskalender:
Weihnachtsgenuss darf traditionell sein – Lebensmittelwissen hilft dabei, ihn einzuordnen.
Wichtiger Hinweis: Die Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Beratung durch Arzt, Heilpraktiker, Apotheker oder Ernährungsfachkraft. Vor der Anwendung oder Einnahme sollte bei gesundheitlichen Fragen eine entsprechende Fachperson hinzugezogen werden. NutriKunde übernimmt keine Gewähr für Vollständigkeit, Richtigkeit oder Aktualität der Angaben. Maßgeblich ist immer die individuelle Situation.