Das sogenannte Sonnenvitamin nimmt unter den essenziellen Nährstoffen eine Sonderstellung ein. Im Gegensatz zu vielen anderen Vitaminen kann der menschliche Körper Vitamin D3 mithilfe von UV-B-Strahlung selbst in der Haut bilden. Sobald jedoch der Herbst einzieht, verändern sich die meteorologischen Bedingungen in Mitteleuropa drastisch.
Um gut durch die kalte Jahreszeit zu kommen und Mangelerscheinungen vorzubeugen, rückt das Thema Vitamin D3 Einnahme ab Oktober verstärkt in den Fokus der gesundheitlichen Vorsorge.
Warum reicht die Sonne ab Oktober für die Vitamin-D-Bildung nicht mehr aus?
Für die körpereigene Synthese von Vitamin D ist ein bestimmter Einfallswinkel der Sonnenstrahlen erforderlich. In den Monaten von Oktober bis März steht die Sonne in unseren Breitengraden so tief, dass die Erdatmosphäre den Großteil der benötigten UV-B-Strahlung filtert. Selbst an klaren, sonnigen Herbsttagen ist die Intensität daher zu gering, um die Produktion des Vitamins anzuregen.
Zwar besitzt der Organismus die Fähigkeit, in den Sommermonaten im Fett- und Muskelgewebe Speicher anzulegen. Diese körpereigenen Depots leeren sich jedoch im Laufe des Herbstes kontinuierlich. Spätestens mit dem Einbruch des Novembers sind die Reserven bei einem Großteil der Bevölkerung soweit aufgebraucht, dass eine Zufuhr von außen medizinisch sinnvoll werden kann. Da Vitamin D über die normale Nahrung – abgesehen von fettem Seefisch oder bestimmten Pilzen – nur in minimalen Mengen aufgenommen wird, stellt die Supplementierung oft eine zuverlässige Alternative dar.
Sollte man Vitamin D3 jetzt schon einnehmen oder erst, wenn es richtig dunkel wird?
Der optimale Zeitpunkt für den Beginn einer Einnahme hängt stark vom individuellen Lebensstil des Sommers und dem aktuellen Füllstand der Körperspeicher ab. Personen, die sich in den Sommermonaten viel im Freien aufgehalten haben, können meist beruhigt bis Ende Oktober oder Anfang November warten. Wer hingegen auch im Sommer überwiegend in geschlossenen Räumen gearbeitet hat oder konsequent hohen Sonnenschutz nutzt, profitiert oft von einem früheren Start direkt im Oktober.
Um Gewissheit zu erlangen, empfiehlt sich vor dem Griff zu Präparaten eine Bestimmung des aktuellen Serumwerts (25-Hydroxyvitamin-D) im Blut. Ein optimaler Wert liegt laut medizinischen Fachgesellschaften zwischen 30 und 50 Nanogramm pro Milliliter (ng/ml). Liegt der gemessene Wert bereits im Oktober unter der 20-ng/ml-Marke, ist ein sofortiger Beginn der Supplementierung ratsam, um ein weiteres Absinken im tiefen Winter zu verhindern.
Kann man Vitamin D überdosieren und welche Symptome treten dann auf?
Da es sich bei Vitamin D3 um ein fettlösliches Vitamin handelt, wird Überschüssiges nicht einfach über den Urin ausgeschieden, sondern lagert sich im Körpergewebe an. Eine chronische, extreme Überdosierung über einen längeren Zeitraum kann daher zu einer sogenannten Hyperkalzämie führen. Dabei kommt es zu einer erhöhten Kalziumkonzentration im Blut, was den Organismus stark belasten kann.
Typische Symptome einer beginnenden Überdosierung äußern sich durch:
- Ausgeprägte Übelkeit und Erbrechen
- Ein gesteigertes Durstgefühl sowie auffällig häufigen Harndrang
- Extreme Müdigkeit, Muskelschwäche oder wiederkehrende Kopfschmerzen
Um solche Risiken auszuschließen, sollte die Zufuhr ohne ärztliche Absprache die von Behörden wie der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) oder der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) genannten Richtwerte und Höchstmengen für Erwachsene nicht dauerhaft überschreiten. Für eine Erhaltungszufuhr im Winter gelten allgemein anerkannte Empfehlungen, die sich am individuellen Bedarf orientieren, sofern kein ausgeprägter Mangel vorliegt.
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