NutriKunde · Gesundheit, Ernährung und Lebensqualität ab 60 plus
Wie sicher sind Supplements, die Influencer empfehlen? Was vor dem Kauf wirklich wichtig ist
Nahrungsergänzungsmittel werden in sozialen Medien häufig als einfache Lösung für mehr Energie, besseren Schlaf, starke Knochen oder ein gesundes Altern präsentiert. Doch wie zuverlässig sind solche Empfehlungen, und woran lässt sich erkennen, ob ein Produkt tatsächlich sinnvoll ist? Gerade für Menschen ab 60 lohnt sich ein genauer Blick auf Inhaltsstoffe, Dosierungen, mögliche Wechselwirkungen und die Qualität der Werbeaussagen. Dieser Artikel zeigt anhand praktischer Beispiele, wie sich fragwürdige Versprechen erkennen lassen und welche Fragen vor dem Kauf eines Supplements wichtig sind. Denn eine überzeugende Präsentation ist noch kein Beweis für Sicherheit oder Wirksamkeit.
Wie sicher sind Supplements, die Influencer empfehlen?
Ein Video über ein angeblich besonders wirksames Vitaminpräparat, ein Rabattcode für ein Magnesiumprodukt oder ein Erfahrungsbericht über Kapseln für besseren Schlaf: Nahrungsergänzungsmittel sind in sozialen Medien allgegenwärtig. Influencer präsentieren Produkte häufig persönlich, sympathisch und mit einer scheinbar einfachen Botschaft. Ein paar Kapseln am Tag sollen den Alltag erleichtern, das Wohlbefinden verbessern oder sogar altersbedingte Beschwerden lindern.
Gerade solche Aussagen können überzeugend wirken. Wenn eine bekannte Person von mehr Energie berichtet oder erklärt, ein bestimmtes Präparat gehöre inzwischen fest zum Tagesablauf, entsteht schnell der Eindruck, das Produkt sei erprobt und empfehlenswert.
Doch persönliche Begeisterung ist kein wissenschaftlicher Wirksamkeitsnachweis. Ein Produkt kann für eine Person unproblematisch sein und für eine andere ungeeignet. Entscheidend sind unter anderem die enthaltenen Stoffe, die Dosierung, die individuelle Ernährung, bestehende Erkrankungen und die eingenommenen Medikamente.
Für Menschen ab 60 ist das besonders relevant. Mit zunehmendem Alter können mehrere Medikamente gleichzeitig notwendig werden. Auch die Nierenfunktion, die Leberfunktion und der Bedarf an einzelnen Nährstoffen können sich verändern. Ein Supplement, das im Internet als natürliche Unterstützung beworben wird, ist deshalb nicht automatisch harmlos.
Dieser Artikel erklärt, wie Influencer-Werbung eingeordnet werden kann, welche Risiken bei Nahrungsergänzungsmitteln bestehen und wie sich sinnvolle von fragwürdigen Kaufentscheidungen unterscheiden lassen.
Was sind Supplements überhaupt?
Der Begriff Supplements stammt aus dem Englischen und bedeutet Ergänzungen. Im deutschsprachigen Raum sind damit meist Nahrungsergänzungsmittel gemeint.
Dazu gehören beispielsweise:
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Vitamin D, Vitamin B12 und Vitamin C
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Magnesium, Calcium, Zink und Eisen
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Omega-3-Fettsäuren und Fischölkapseln
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Proteinpulver und bestimmte Aminosäuren
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Pflanzenextrakte, Kräuterkapseln und konzentrierte Pflanzenstoffe
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Kombinationspräparate mit mehreren Vitaminen, Mineralstoffen oder weiteren Inhaltsstoffen
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Produkte mit Melatonin oder anderen Stoffen, die im Zusammenhang mit Schlaf und Entspannung beworben werden
Nahrungsergänzungsmittel können bestimmte Nährstoffe liefern. Sie sind aber nicht grundsätzlich notwendig und ersetzen weder eine ausgewogene Ernährung noch eine medizinische Behandlung.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen einer gezielten Ergänzung bei tatsächlichem Bedarf und der vorsorglichen Einnahme eines Produkts ohne klaren Nutzen.
Ein Vitaminpräparat kann beispielsweise sinnvoll sein, wenn ein bestimmter Nährstoff nachweislich fehlt oder eine fachlich begründete Empfehlung besteht. Daraus folgt jedoch nicht, dass jeder Mensch dasselbe Präparat in derselben Dosierung benötigt.
Warum wirken Influencer-Empfehlungen so überzeugend?
Influencer vermitteln Produkte häufig nicht wie eine klassische Werbeanzeige, sondern eingebettet in den Alltag. Das Produkt erscheint beim Frühstück, im Badezimmer, in der Sporttasche oder als Teil einer persönlichen Gesundheitsroutine.
Dadurch können mehrere Mechanismen zusammenwirken.
Persönliche Erfahrungen erscheinen wie ein Beweis
Wenn eine Person berichtet, seit der Einnahme eines Supplements besser zu schlafen, liegt der Schluss nahe, dass das Präparat dafür verantwortlich ist. Allerdings können sich Schlafqualität und Wohlbefinden auch durch andere Veränderungen verbessern – etwa durch regelmäßige Bewegung, einen anderen Tagesablauf oder natürliche Schwankungen der Beschwerden.
Eine einzelne Erfahrung kann ein Anlass sein, eine Frage näher zu untersuchen. Sie beweist aber nicht, dass ein Produkt allgemein wirkt.
Rabattcodes erzeugen Kaufdruck
Formulierungen wie „nur heute“, „letzte Chance“ oder „mein persönlicher Favorit“ können dazu verleiten, spontan zu bestellen. Ein Rabattcode ist jedoch kein Qualitätsnachweis.
Praktisches Beispiel: Ein Magnesiumpräparat wird mit einem Influencer-Code günstiger angeboten. Statt sofort zu kaufen, lohnt sich ein Blick auf die Menge an Magnesium pro Tagesportion, die übrigen Inhaltsstoffe und den tatsächlichen Bedarf. Auch ein reduzierter Preis macht ein unnötiges Produkt nicht sinnvoll.
Viele Follower bedeuten keine Fachqualifikation
Eine große Reichweite sagt nichts darüber aus, ob eine Person medizinische oder ernährungswissenschaftliche Kenntnisse besitzt. Auch eine sympathische, glaubwürdige Präsentation ersetzt keine fachliche Prüfung.
Das gilt ebenso für Personen, die selbst Erfahrungen mit einem Produkt gesammelt haben. Eigene Erlebnisse können ehrlich geschildert sein, ohne dass daraus eine allgemeingültige Empfehlung abgeleitet werden kann.
Welche Risiken können Nahrungsergänzungsmittel haben?
Nahrungsergänzungsmittel werden rechtlich als Lebensmittel behandelt und nicht wie Arzneimittel vor der Markteinführung auf Wirksamkeit und Unbedenklichkeit zugelassen. Die Verantwortung für die Sicherheit liegt beim Hersteller; die amtliche Lebensmittelüberwachung kontrolliert den Markt stichprobenartig. Eine solche Kontrolle bedeutet nicht, dass jedes angebotene Produkt umfassend geprüft wurde.
Das ist wichtig, weil manche Produkte hoch dosierte Inhaltsstoffe enthalten oder mehrere Stoffe kombinieren. Die Risiken hängen vom jeweiligen Präparat, der Dosis, der Einnahmedauer und der persönlichen Gesundheit ab.
1. Zu hohe Dosierungen
Mehr ist nicht automatisch besser. Eine zusätzliche Aufnahme über den tatsächlichen Bedarf hinaus bringt bei gut versorgten Menschen in der Regel keinen gesundheitlichen Vorteil. Bei langfristig hohen Dosierungen können dagegen unerwünschte Wirkungen auftreten.
Praktisches Beispiel: Vitamin D
Ein Influencer empfiehlt täglich hoch dosiertes Vitamin D, um Knochen und Abwehrkräfte zu unterstützen. Gleichzeitig nimmt eine Person bereits ein Multivitaminpräparat ein, das ebenfalls Vitamin D enthält.
Ohne die Gesamtmenge zu überprüfen, kann eine unnötig hohe Zufuhr entstehen. Eine langfristige Überdosierung kann unter anderem den Calciumspiegel erhöhen und Nieren schädigen. Eine gezielte Ergänzung sollte deshalb zum individuellen Bedarf passen.
2. Wechselwirkungen mit Medikamenten
Besondere Vorsicht ist geboten, wenn regelmäßig Arzneimittel eingenommen werden. Nahrungsergänzungsmittel können deren Wirkung verstärken, abschwächen oder andere unerwünschte Effekte auslösen.
Beispiele für mögliche Probleme sind:
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Vitamin K und bestimmte gerinnungshemmende Medikamente: Vitamin K kann die Wirkung von Arzneimitteln wie Phenprocoumon beeinflussen.
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Kaliumhaltige Präparate und bestimmte Blutdruck- oder Herzmedikamente: Je nach Wirkstoff und Nierenfunktion kann der Kaliumspiegel gefährlich ansteigen.
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Magnesium und bestimmte Arzneimittel: Magnesium kann die Aufnahme einiger Antibiotika und von Schilddrüsenmedikamenten beeinträchtigen, wenn es zeitlich ungünstig eingenommen wird.
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Hoch dosiertes Biotin: Es kann bestimmte Laboruntersuchungen verfälschen und dadurch die Interpretation medizinischer Ergebnisse erschweren.
Diese Beispiele zeigen, warum die Bezeichnung „Nahrungsergänzung“ nicht mit „ohne Risiko“ gleichgesetzt werden sollte.
Praktisches Beispiel für Generation 60 plus: Bei einer täglichen Einnahme von Blutdruckmedikamenten, einem Gerinnungshemmer und einem Mittel gegen Schilddrüsenerkrankungen kommt ein neues Influencer-Supplement hinzu. Statt alle Präparate einfach zusammen einzunehmen, sollte die Kombination in der Apotheke oder Arztpraxis geprüft werden. Dabei sind auch die Dosierungen und Einnahmeabstände wichtig.
3. Unklare Inhaltsstoffe und fragwürdige Produkte
Besonders kritisch können Produkte sein, die über unbekannte Internetshops oder aus schwer nachvollziehbaren Bezugsquellen angeboten werden. Bei bestimmten Schlankheits- und Potenzmitteln wurden beispielsweise unerlaubte Arzneistoffe oder andere problematische Substanzen festgestellt.
Auch Begriffe wie „natürlich“, „pflanzlich“ oder „ohne Chemie“ garantieren keine Sicherheit. Pflanzenextrakte können hoch konzentriert sein und Wechselwirkungen auslösen. Die Qualität hängt außerdem von der Herstellung und der tatsächlichen Zusammensetzung ab.
Praktisches Beispiel: Ein Produkt wird als rein pflanzliche Unterstützung für Energie und Stoffwechsel beworben. Auf der Verkaufsseite fehlen jedoch genaue Mengenangaben, die vollständige Zutatenliste oder nachvollziehbare Angaben zum verantwortlichen Anbieter. In einer solchen Situation ist es vernünftiger, auf den Kauf zu verzichten.
Woran lassen sich unseriöse Influencer-Empfehlungen erkennen?
Nicht jede Empfehlung in sozialen Medien ist schlecht. Manche Beiträge informieren sachlich über Ernährung oder weisen auf ein sinnvoll zusammengesetztes Produkt hin. Entscheidend ist, ob die Aussagen überprüfbar sind und ob mögliche Interessenkonflikte transparent gemacht werden.
Die folgenden Warnzeichen verdienen besondere Aufmerksamkeit.
Warnsignal 1: Das Produkt soll zahlreiche Probleme gleichzeitig lösen
Ein einziges Präparat verspricht mehr Energie, besseren Schlaf, weniger Stress, eine starke Immunabwehr und ein gesundes Altern? Solche umfassenden Versprechen sollten skeptisch machen.
Praktisches Beispiel: Ein Pulver soll gleichzeitig Müdigkeit beseitigen, die Verdauung verbessern und den Stoffwechsel ankurbeln. Statt sich von der Vielzahl der Versprechen überzeugen zu lassen, ist es sinnvoll, die einzelnen Aussagen und die tatsächlichen Inhaltsstoffe zu prüfen.
Warnsignal 2: Es wird mit Angst gearbeitet
Aussagen wie „Ab 60 fehlt fast jedem dieser Nährstoff“ oder „Ohne dieses Supplement altert der Körper schneller“ können unnötige Sorgen auslösen.
Der Bedarf an Nährstoffen ist individuell. Das Alter allein beweist keinen Mangel. Eine ausreichende Versorgung hängt unter anderem von Ernährung, Erkrankungen, Medikamenten und Lebensumständen ab.
Praktisches Beispiel: Ein Video behauptet, jeder Mensch über 60 brauche ein bestimmtes Spurenelement. Vor einem Kauf sollte geklärt werden, ob dafür eine allgemeine Empfehlung besteht oder ob nur eine pauschale Werbebotschaft verbreitet wird.
Warnsignal 3: Wissenschaftliche Studien werden nur angedeutet
Ein Video zeigt Laborbilder, wissenschaftlich klingende Begriffe und kurze Ausschnitte aus Studien. Das kann fundiert wirken, reicht aber nicht aus, um die Wirksamkeit eines fertigen Produkts zu belegen.
Eine Studie zu einem einzelnen Inhaltsstoff beweist nicht automatisch, dass eine bestimmte Kapselmischung in der beworbenen Dosierung wirksam oder sicher ist. Auch Ergebnisse aus Zellversuchen oder Tierstudien lassen sich nicht ohne Weiteres auf Menschen übertragen.
Praktisches Beispiel: Ein Hersteller verweist auf eine Studie zu Magnesium und Muskelarbeit. Daraus folgt nicht, dass sein Produkt Muskelkrämpfe bei allen älteren Menschen verhindert. Dafür müssten die konkrete Fragestellung, die untersuchte Personengruppe und die Studienergebnisse berücksichtigt werden.
Warnsignal 4: Die Werbung ist nicht klar gekennzeichnet
Werbung muss als solche erkennbar sein. Dazu zählen beispielsweise bezahlte Kooperationen, Provisionen über Rabattcodes und andere geschäftliche Verbindungen.
Ein Rabattcode oder ein Link im Profil kann auf eine kommerzielle Beteiligung hinweisen. Auch eine eigene Produktmarke des Influencers ist ein möglicher Interessenkonflikt, der bei der Bewertung der Empfehlung berücksichtigt werden sollte.
Praktisches Beispiel: Eine Person empfiehlt wiederholt dasselbe Präparat und verweist auf einen persönlichen Rabattcode. Das macht die Empfehlung nicht automatisch falsch. Es bedeutet aber, dass neben der Information auch ein wirtschaftliches Interesse bestehen kann.
Warnsignal 5: Medizinische Behandlungen werden schlechtgeredet
Besonders problematisch sind Aussagen, nach denen Nahrungsergänzungsmittel Medikamente ersetzen, Krankheiten heilen oder ärztliche Untersuchungen überflüssig machen sollen.
Nahrungsergänzungsmittel sind nicht zur Behandlung von Krankheiten bestimmt. Wer beispielsweise ein verordnetes Medikament gegen einen vermeintlich natürlicheren Ersatz austauscht, riskiert eine Verschlechterung des Gesundheitszustands.
Grundregel: Verordnete Medikamente niemals aufgrund eines Social-Media-Beitrags eigenständig absetzen oder verändern.
Sind Nahrungsergänzungsmittel für Menschen ab 60 grundsätzlich sinnvoll?
Mit zunehmendem Alter verändern sich manche Ernährungsbedürfnisse. Trotzdem benötigen gesunde ältere Menschen nicht automatisch mehr Nahrungsergänzungsmittel. Eine abwechslungsreiche Ernährung kann auch im höheren Lebensalter den Bedarf an vielen Vitaminen und Mineralstoffen decken.
Es gibt jedoch Situationen, in denen eine gezielte Ergänzung sinnvoll sein kann. Entscheidend ist, welcher Nährstoff benötigt wird und in welcher Menge.
Vitamin B12: Wenn die Aufnahme beeinträchtigt ist
Vitamin B12 ist unter anderem für die Blutbildung und die normale Funktion des Nervensystems wichtig. Mit zunehmendem Alter kann die Aufnahme aus Lebensmitteln bei manchen Menschen beeinträchtigt sein. Auch bestimmte Medikamente und Erkrankungen können eine Rolle spielen.
Praktisches Beispiel: Bei anhaltender Müdigkeit, Kribbeln in Händen oder Füßen oder ungeklärten Blutbildveränderungen kann eine ärztliche Untersuchung sinnvoll sein. Ob Vitamin B12 fehlt und eine Ergänzung erforderlich ist, sollte anhand der individuellen Situation geklärt werden.
Vitamin D: Nicht einfach möglichst hoch dosieren
Vitamin D trägt zur Erhaltung normaler Knochen und zur normalen Muskelfunktion bei. Der Bedarf lässt sich jedoch nicht allein anhand des Alters bestimmen. Auch die Sonnenlichtexposition, die Ernährung, bestimmte Erkrankungen und die individuelle Versorgung sind relevant.
Praktisches Beispiel: Ein Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin D wird online als unverzichtbar für alle Menschen ab 60 beworben. Statt eine hohe Dosierung ungeprüft zu übernehmen, sollte geklärt werden, ob eine Ergänzung sinnvoll ist und welche Menge geeignet ist.
Magnesium: Nicht jeder Krampf bedeutet einen Mangel
Magnesium ist für die normale Muskelfunktion wichtig. Daraus folgt aber nicht, dass Muskelkrämpfe grundsätzlich durch Magnesiummangel entstehen oder dass Magnesiumpräparate sie zuverlässig verhindern.
Praktisches Beispiel: Wiederkehrende nächtliche Wadenkrämpfe führen zum Kauf eines hoch dosierten Magnesiumprodukts. Bei anhaltenden Beschwerden ist eine Abklärung der möglichen Ursachen sinnvoller als eine dauerhafte Einnahme auf Verdacht. Höhere Mengen können außerdem Durchfall verursachen und bei eingeschränkter Nierenfunktion problematisch sein.
Calcium: Nahrung zuerst, Ergänzung nach Bedarf
Calcium ist für Knochen und Zähne wichtig. Milchprodukte, calciumreiche Mineralwässer und geeignete pflanzliche Lebensmittel können zur Versorgung beitragen.
Praktisches Beispiel: Bei einer calciumarmen Ernährung kann zunächst geprüft werden, welche Lebensmittel den Speiseplan sinnvoll ergänzen. Reicht die Versorgung aus bestimmten Gründen nicht aus, kann eine gezielte Ergänzung erwogen werden. Bei Nierenerkrankungen oder bestimmten Stoffwechselproblemen ist vorher fachlicher Rat wichtig.
Diese Beispiele zeigen: Nahrungsergänzungsmittel können einen konkreten Zweck erfüllen. Eine pauschale Einnahme aller gerade populären Präparate ist dagegen keine verlässliche Strategie für gesundes Altern.
Die praktische Checkliste: Vor dem Kauf eines Supplements
Vor einer Bestellung lohnt sich eine kurze Prüfung. Gerade bei Produkten, die durch soziale Medien bekannt geworden sind, hilft ein sachlicher Vergleich, unnötige Ausgaben und gesundheitliche Risiken zu vermeiden.
Supplement-Check vor der Bestellung
Der konkrete Grund für die Einnahme ist geklärt.
Die vollständige Zutatenliste und die Mengen pro Tagesportion sind angegeben.
Die Dosierung ist nachvollziehbar und nicht unnötig hoch.
Die Aussagen zur Wirkung sind sachlich und überprüfbar.
Werbung, Rabattcodes und geschäftliche Interessen sind erkennbar.
Der Anbieter ist identifizierbar und die Bezugsquelle nachvollziehbar.
Mögliche Wechselwirkungen mit Medikamenten wurden geprüft.
Der Kauf erfolgt nicht aus Angst, Zeitdruck oder aufgrund eines Heilversprechens.
Die Checkliste dient der Orientierung. Auch wenn alle Punkte erfüllt sind, ist damit keine individuelle gesundheitliche Eignung garantiert.
Checkliste zurücksetzen
Was tun, wenn ein Influencer bereits ein Supplement empfohlen hat?
Eine Empfehlung muss nicht automatisch ignoriert werden. Sie kann durchaus der Anlass sein, sich näher mit einem Nährstoff oder einer Ernährungsfrage zu beschäftigen. Sinnvoll ist es, zwischen dem interessanten Thema und dem konkret beworbenen Produkt zu unterscheiden.
Ein praktisches Vorgehen kann so aussehen:
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Die Behauptung notieren. Geht es um einen tatsächlichen Nährstoffbedarf, ein allgemeines Wohlfühlversprechen oder die angebliche Behandlung einer Erkrankung?
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Die Zutatenliste prüfen. Welche Wirkstoffe enthält das Produkt, wie hoch sind die Mengen und welche weiteren Präparate werden bereits eingenommen?
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Unabhängige Informationen suchen. Fachliche Informationen von öffentlichen Institutionen sind aussagekräftiger als ausschließlich herstellereigene Werbetexte.
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Den persönlichen Bedarf berücksichtigen. Bei bestehenden Erkrankungen, regelmäßiger Medikamenteneinnahme oder Unsicherheit ist eine Beratung in der Arztpraxis oder Apotheke sinnvoll.
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Nicht unter Zeitdruck kaufen. Ein Rabattcode ist kein Grund, eine gesundheitliche Entscheidung überstürzt zu treffen.
Praktisches Beispiel aus dem Alltag: Nach einem Video über ein angeblich besonders wirksames Schlafsupplement wird die Produktseite geöffnet. Statt sofort zu bestellen, werden die Inhaltsstoffe notiert und mit den bereits verwendeten Präparaten abgeglichen. Wenn die Wirkung unklar ist oder Wechselwirkungen möglich sind, bleibt das Produkt zunächst im Warenkorb, bis die offenen Fragen geklärt sind.
Was ist mit natürlichen Mitteln, Kräutern und Pflanzenextrakten?
Auch pflanzliche Produkte werden häufig von Influencern empfohlen. Dazu gehören beispielsweise Ashwagandha, Ginkgo, Kurkuma-Extrakte oder hoch konzentrierte Kräutermischungen.
Pflanzliche Herkunft ist jedoch kein Sicherheitsnachweis. Die Konzentration bestimmter Inhaltsstoffe kann deutlich über den Mengen liegen, die normalerweise über Lebensmittel aufgenommen werden. Je nach Präparat sind Wechselwirkungen, unerwünschte Wirkungen oder Einschränkungen bei bestimmten Erkrankungen möglich.
Praktisches Beispiel: Ein Kräuterextrakt wird als natürliche Unterstützung für Entspannung und Schlaf beworben. Bei gleichzeitiger Einnahme beruhigender Medikamente oder bei bestehenden Lebererkrankungen sollte die Eignung vorab fachlich geprüft werden. Auch bei einem pflanzlichen Produkt ist es wichtig, die genaue Zusammensetzung zu kennen.
Für eine abwechslungsreiche Ernährung können Kräuter und Gewürze weiterhin eine wertvolle Rolle spielen. Ihr Einsatz beim Kochen ist jedoch nicht mit der Einnahme konzentrierter Extrakte gleichzusetzen.
Wie lassen sich seriöse Informationen finden?
Bei Fragen zu Nahrungsergänzungsmitteln bieten öffentliche und unabhängige Institutionen eine gute erste Orientierung. Besonders hilfreich sind:
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das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) für Informationen zu möglichen Risiken und Wechselwirkungen,
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die Verbraucherzentralen für Kaufentscheidungen, Werbeversprechen und Verbraucherrechte,
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das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) für Informationen rund um Nahrungsergänzungsmittel und Lebensmittelüberwachung,
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Arztpraxen und Apotheken für die individuelle Einordnung bei Erkrankungen, Medikamenten und konkretem Ergänzungsbedarf.
Bei gesundheitsbezogenen Werbeaussagen lohnt sich außerdem die Frage, ob die Aussage überhaupt zulässig ist. Nahrungsergänzungsmittel dürfen nicht mit beliebigen Heilversprechen beworben werden. Die Aussage, ein Produkt könne eine Krankheit heilen oder behandeln, ist nicht mit einer zulässigen Angabe zu einer normalen Körperfunktion gleichzusetzen.
Fazit: Wie sicher sind Supplements, die Influencer empfehlen?
Nahrungsergänzungsmittel sind nicht grundsätzlich gefährlich, aber auch nicht automatisch sinnvoll oder sicher. Entscheidend sind die Zusammensetzung, die Dosierung, die Qualität des Produkts und die persönliche gesundheitliche Situation.
Influencer können auf interessante Ernährungsthemen aufmerksam machen. Ihre Reichweite, persönliche Erfahrung oder wissenschaftlich klingende Werbesprache sind jedoch kein Ersatz für belastbare Belege. Besonders kritisch sind übertriebene Heilversprechen, hohe Dosierungen, unklare Zutatenlisten und Empfehlungen, die medizinische Behandlungen infrage stellen.
Für Menschen ab 60 ist ein bedarfsgerechter Umgang besonders wichtig. Bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme, chronischen Erkrankungen oder Unsicherheit sollte eine Ergänzung möglichst vorab ärztlich oder pharmazeutisch geprüft werden.
Die wichtigste Regel lautet: Erst den Bedarf klären, dann das Produkt prüfen und erst danach über einen Kauf entscheiden. Eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, ausreichender Schlaf und eine angemessene medizinische Versorgung bleiben die Grundlage für Gesundheit und Lebensqualität.
Wichtige Gesundheits-Webseiten für NutriKunde:
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
Bundeszentrum für Ernährung (BZfE)
Deutsche Alzheimer Gesellschaft
Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE)
Deutsches Zentrum für Altersfragen
Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA)
gesund.bund.de
Gesundheitsinformation.de
infektionsschutz.de
Robert Koch-Institut (RKI)
Verbraucherzentrale
Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP)