Aktionstag: National Chocolate Day – Was steckt wirklich in Schokolade?

28. Oktober – National Chocolate Day

Der National Chocolate Day findet jährlich am 28. Oktober statt und ist ein inoffizieller US-amerikanischer Food-Aktionstag. Für NutriKunde bietet er einen besonders vielseitigen Zugang zu einem Lebensmittel, das gleichzeitig Genussmittel, Kulturgut und interessantes Untersuchungsobjekt der Lebensmittelwissenschaft ist.

Von der Kakaobohne bis zur fertigen Tafel verändert sich das Ausgangsprodukt erheblich. Kakaomasse, Kakaobutter, Zucker, Milchbestandteile und weitere Zutaten bestimmen schließlich Geschmack, Konsistenz und Nährwert.

Was ist Schokolade eigentlich?

Schokolade wird aus Bestandteilen der Kakaobohne hergestellt.

Zu den wichtigsten Bestandteilen gehören Kakaomasse beziehungsweise Kakaotrockenmasse, Kakaobutter und je nach Sorte Zucker sowie gegebenenfalls Milchbestandteile.

Die genaue Zusammensetzung hängt von der Schokoladenart ab.

Woher kommt Kakao?

Kakao stammt ursprünglich aus den tropischen Regionen Amerikas.

Heute wird Kakao vor allem in tropischen Anbaugebieten rund um den Äquator produziert. Die Kakaobohnen befinden sich in den Früchten des Kakaobaums.

Nach der Ernte werden die Bohnen fermentiert, getrocknet und anschließend weiterverarbeitet.

Wie wird aus einer Kakaobohne Schokolade?

Die Kakaobohnen werden zunächst gereinigt und geröstet.

Anschließend werden sie gebrochen und von den Schalen getrennt. Die verbleibenden Kakaostücke werden zu einer Kakaomasse vermahlen.

Durch weitere Verarbeitung und die Zugabe anderer Zutaten entsteht schließlich Schokolade.

Was ist Kakaomasse?

Kakaomasse entsteht beim Mahlen gerösteter Kakaobohnen.

Sie enthält sowohl die festen Bestandteile des Kakaos als auch Kakaobutter.

Kakaomasse ist deshalb ein wichtiger Ausgangsstoff für dunkle und andere Schokoladensorten.

Was ist Kakaobutter?

Kakaobutter ist das natürliche Fett der Kakaobohne.

Sie ist für die typische Schmelze von Schokolade besonders wichtig.

Bei Raumtemperatur ist sie fest, schmilzt aber relativ nah an der Körpertemperatur. Dadurch kann Schokolade im Mund vergleichsweise schnell schmelzen.

Was bedeutet der Kakaoanteil?

Der Kakaoanteil gibt an, wie viel der Schokolade aus Kakaobestandteilen stammt.

Ein höherer Kakaoanteil bedeutet nicht automatisch, dass ein Produkt kalorienarm oder zuckerfrei ist.

Allerdings enthalten dunkle Schokoladen häufig weniger Zucker als viele Milchschokoladen.

Ist dunkle Schokolade automatisch gesünder?

Nein.

Dunkle Schokolade enthält häufig mehr Kakaobestandteile und weniger Zucker als Milchschokolade.

Sie bleibt jedoch ein energiereiches Lebensmittel, das je nach Produkt beträchtliche Mengen Fett und Kalorien enthalten kann.

Der Kakaoanteil allein macht ein Produkt deshalb nicht automatisch zu einem gesundheitlich besonders günstigen Lebensmittel.

Was sind Kakaoflavanole?

Kakaoflavanole gehören zu den pflanzlichen Polyphenolen.

Sie kommen natürlicherweise in Kakao vor und werden wissenschaftlich unter anderem im Zusammenhang mit Gefäßfunktion und Durchblutung untersucht.

Aktuelle Übersichtsarbeiten zeigen interessante mögliche Zusammenhänge, gleichzeitig sind die Ergebnisse nicht mit der Aussage gleichzusetzen, dass Schokolade eine Therapie oder ein Schutzmittel gegen Krankheiten darstellt.

Enthält Schokolade Antioxidantien?

Kakao enthält verschiedene Polyphenole mit antioxidativen Eigenschaften.

Die Menge und Zusammensetzung hängen unter anderem von Kakaosorte und Verarbeitung ab.

Deshalb lässt sich nicht allein vom Begriff „Schokolade“ auf eine bestimmte antioxidative Wirkung schließen.

Warum ist Schokolade so energiereich?

Schokolade enthält insbesondere Fett und Zucker.

Fett liefert etwa 9 kcal pro Gramm, Kohlenhydrate etwa 4 kcal pro Gramm.

Die Kombination aus Kakaobutter, Zucker und gegebenenfalls weiteren Zutaten macht Schokolade deshalb zu einem energiereichen Lebensmittel.

Warum ist Schokolade so beliebt?

Schokolade verbindet mehrere sensorische Eigenschaften:

Sie schmeckt süß, kann aromatisch und bitter sein, besitzt eine charakteristische Schmelze und kann je nach Sorte knusprige oder cremige Bestandteile enthalten.

Die Kombination verschiedener Sinneseindrücke trägt wesentlich zum Genuss bei.

Warum schmeckt dunkle Schokolade bitterer?

Der Geschmack hängt unter anderem vom Kakaoanteil und von den verwendeten Kakaobohnen ab.

Kakao enthält von Natur aus Bitterstoffe.

Bei höherem Kakaoanteil tritt diese Bitterkeit stärker hervor, während bei Milchschokolade und vielen Süßwaren der Zucker- und Milchanteil die Wahrnehmung verändert.

Warum wird Schokolade temperiert?

Beim Temperieren wird die Schokolade kontrolliert erwärmt und wieder abgekühlt.

Dadurch werden bestimmte Kristallformen der Kakaobutter gezielt ausgebildet.

Das sorgt unter anderem für eine glänzende Oberfläche, einen sauberen Bruch und eine angenehme Schmelze.

Warum bekommt Schokolade manchmal einen weißen Belag?

Ein weißlicher Belag kann durch sogenannte Fett- oder Zuckerblüte entstehen.

Bei der Fettblüte wandert Kakaobutter an die Oberfläche und kristallisiert dort.

Bei der Zuckerblüte kann Feuchtigkeit Zucker lösen, der anschließend wieder auskristallisiert.

Das sieht zwar unappetitlich aus, bedeutet aber nicht automatisch, dass die Schokolade verdorben ist.

Ist weiße Schokolade wirklich Schokolade?

Weiße Schokolade enthält keine Kakaomasse beziehungsweise Kakaofeststoffe wie dunkle oder Milchschokolade.

Sie enthält jedoch Kakaobutter und wird deshalb lebensmittelrechtlich als Schokolade eingeordnet, wenn sie die entsprechenden Anforderungen erfüllt.

Geschmack und Zusammensetzung unterscheiden sich dadurch deutlich von dunkler Schokolade.

Was unterscheidet Milchschokolade von Zartbitterschokolade?

Milchschokolade enthält zusätzlich Milchbestandteile und meist einen höheren Zuckeranteil.

Zartbitterschokolade enthält dagegen typischerweise einen höheren Anteil an Kakaobestandteilen und weniger Milchbestandteile.

Die genaue Rezeptur variiert von Produkt zu Produkt.

Kann Schokolade Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung sein?

Ja.

Schokolade kann als Genussmittel Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung sein.

Entscheidend sind Häufigkeit, Menge und die gesamte Ernährung.

Eine kleine Portion Schokolade ist ernährungsphysiologisch etwas anderes als ein regelmäßiger hoher Konsum großer Mengen.

Was ist beim Vergleich von Schokolade besonders interessant?

Ein Blick auf die Nährwerttabelle kann zeigen:

  • Energiegehalt
  • Fett
  • gesättigte Fettsäuren
  • Kohlenhydrate
  • Zucker
  • Eiweiß
  • Ballaststoffe

Zusätzlich lohnt sich ein Blick auf die Zutatenliste.

🎯 NutriKunde-Mitmach-Idee

Drei Schokoladensorten miteinander vergleichen:

Vollmilch – Zartbitter – sehr kakaoreiche Schokolade.

Dabei Kakaoanteil, Zucker, Fett, gesättigte Fettsäuren und Energie pro 100 g vergleichen.

Anschließend prüfen, ob die geschmacklichen Unterschiede tatsächlich mit den Angaben auf der Verpackung zusammenpassen.

💡 Was bleibt vom National Chocolate Day?

Schokolade ist ein gutes Beispiel dafür, dass ein Lebensmittel gleichzeitig Genussmittel und wissenschaftlich interessantes Produkt sein kann.

Kakao liefert interessante Pflanzenstoffe, Schokolade enthält aber je nach Rezeptur auch beträchtliche Mengen Zucker und Fett.

Der entscheidende Punkt ist deshalb nicht die Frage „gesund oder ungesund?“, sondern welches Produkt, welche Menge und welcher Platz innerhalb der gesamten Ernährung.

NutriKunde-Fazit

National Chocolate Day ist ein guter Anlass, Schokolade genauer unter die Lupe zu nehmen.

Von der Kakaobohne über Fermentation und Röstung bis zum Temperieren steckt viel Lebensmittelwissenschaft in einer Tafel.

Kakao enthält interessante pflanzliche Inhaltsstoffe. Schokolade bleibt dennoch ein energiereiches Genussmittel.

Genuss und Ernährung müssen dabei kein Widerspruch sein – entscheidend sind Zusammensetzung, Menge und Gesamternährung.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Beratung durch Arzt, Heilpraktiker, Apotheker oder Ernährungsfachkraft. Vor der Anwendung oder Einnahme sollte bei gesundheitlichen Fragen eine entsprechende Fachperson hinzugezogen werden. NutriKunde übernimmt keine Gewähr für Vollständigkeit, Richtigkeit oder Aktualität der Angaben. Maßgeblich ist immer die individuelle Situation.

Von admin